Unsere Systemlösungen zur Fassaden- und Wohnraumgestaltung, vom Keller bis zum Dach, von Bad bis Küche, geben allen individuellen Gestaltungswünschen mehr Freiraum. Sie schaffen aber auch mehr Wohnraum.

Erich-Kästner-Schule, Baunatal

Sanierung mit moderner Trockenbautechnologie schafft gute Bau- und Raumakustik

Bundesweit wird wieder an Schulen gebaut. Jedoch geht es im Gegensatz zur Schulbauphase der 1960er/1970er Jahre nicht darum, möglichst schnell viel neuen Schulraum zu schaffen, sondern vorwiegend darum, bestehende Schulen peu à peu an-, aus- und umzubauen. Der Sanierungsbedarf in den einzelnen Bundesländern ist enorm. Viele der deutschlandweit rund 40.000 Schulgebäude entsprechen bauphysikalisch, bautechnisch und energetisch weder heutigen noch künftigen Anforderungen. Dabei beeinträchtigen Gebäudemängel direkt den Unterricht. Schüler und Lehrer leiden gleichermaßen unter Lärm, stickiger Luft sowie schlechtem Raumklima.

Die sorgfältige Analyse des Bestands bildet die Grundlage für alle erforderlichen baulichen Maßnahmen wie Wärmedämmung, Dichtheit der Gebäudehülle, Gebäudetechnik bis hin zum Innenausbau. In diesem Zusammenhang überzeugt die Vielfältigkeit moderner Trockenbautechnologie. Differenzierte Anforderungen an Schall- und Brandschutz, Akustik, Ästhetik und Robustheit lassen sich mit geprüften Systemen wirtschaftlich, zeitlich optimiert und nachhaltig realisieren, wie das Beispiel der sanierten Erich-Kästner-Schule in Baunatal zeigt.

Aufgabe

Das umfangreiche Sanierungskonzept für beide Schulen hat die GHT Projektgruppe gemeinsam mit der RSE Planungsgesellschaft aus Kassel entwickelt und realisiert. Die Ausgangslage für die Sanierungsmaßnahmen ist bezeichnend für viele bundesweite Schulgebäude. Erstellt Anfang bis Mitte der 1970er Jahre handelt es sich um Rasterbauten aus Betonfertigteilen.

Der bauliche Zustand ist mangelhaft, Wärmedämmung und Heizung sowie Brand- und Schallschutz entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik, gängige DIN-Normen werden nicht erfüllt. Vorhandene Raumzuschnitte und Raumanordnungen bieten trotz rückläufiger Schülerzahlen nicht den erforderlichen Rahmen für zeitgemäße pädagogische Lehrmethoden, sowie für die Umstellung auf den Betrieb einer Ganztagsschule. Hinzu kommt, dass Sanierung, Umbau bzw. Erweiterung bei laufendem Schulbetrieb innerhalb kurzer Zeit bewältigt werden müssen. In den erwähnten Kreisschulen ist zudem eine durch den TÜV begleitete Schadstoffsanierung durchgeführt worden.

Im Vorfeld ausführliche Projektstudie

Die Bestandsaufnahmen für die Erich-Kästner-Schule in Baunatal machte deutlich: Ein Rückbau bis auf den Rohbau ist unumgänglich. Zum einen, um einen zeitgemäßen Baustandard erreichen, zum anderen, um einen motivierenden Lernort mit Atmosphäre gestalten zu können. Vor allem im Innenbereich zeigte sich, dass die vorhandenen Systemtrennwände aus Stahlblechelementen sowie die abgehängten Deckenkonstruktionen brand- und schallschutztechnisch weder aktuellen Anforderungen genügen noch wirtschaftlich sinnvoll nachzurüsten wären.

Zudem wiesen die Systemtrennwände zum Teil erhebliche Schäden durch Vandalismus auf. Messungen im Bestand durch die beratenden Ingenieure für Bauphysik, Kurz und Fischer, belegen schlechte Werte für die Luftschalldämmung unterschiedlicher Bauteile. Auch überschreitet die Trittschalldämmung der Trenndecken mit den vorhandenen Fußbodenaufbauten sowohl bei vertikaler als auch bei horizontaler Trittschallübertragung die Anforderungen der DIN 4109:1989-1, die einen Wert L´n,w von 53 dB vorgibt. Neben der Erneuerung der Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechnik sowie der Fassadenkonstruktion legt das Sanierungskonzept von RSE daher einen deutlichen Schwerpunkt auf die Neuorganisation der Grundrisse, die Innenraumgestaltung sowie auf eine Optimierung der gesamten Bau- und Raumakustik.

Lösung

Die Basis für optimale Lernbedingungen in Klassenräumen wird von einer guten Bau- und Raumakustik erheblich mitbestimmt. Auf Grundlage der schalltechnischen Voruntersuchungen haben die Architekten von RSE zusammen mit dem Bauphysiker Frank Schnelle vom Ingenieurbüro Kurz und Fischer unterschiedliche Musterräume in Trockenbau erstellen lassen, um schalltechnische wie akustische Maßnahmen im laufenden Schulbetrieb zu untersuchen und zu bewerten. Parallel dazu galt es in Abstimmung mit der zuständigen Behörde die Anforderungen an den baulichen Brandschutz konstruktiv zu lösen. Zugleich galt es robuste Systemkonstruktionen zu finden, die diesen vielfältigen Leistungsanforderungen entsprechen.

Praxistest im Bestand

In Zusammenarbeit mit Thomas Schönewald von Knauf sind leistungsfähige System-Lösungen im Detail entwickelt, montiert und untersucht worden. Im Bereich der Systemtrennwände hat die Knauf Diamant-Wand W152 (zwischen einzelnen Unterrichtsräumen) überzeugt. Ausschlaggebend waren zum einen die guten Aufgangswerte hinsichtlich Schall-Leistung der Konstruktionen: Der Rechenwert des bewerteten Schallschutzes Rw,R für das System W152 beträgt bei einer Wanddicke von 12,5 cm 57 dB. Zum anderen bietet die Diamant Hartgipsplatte mit einer Brinellhärte von 34 N/mm² eine hohe Härte und Festigkeit der Oberfläche. Sie eignet sich daher besonders für den raumbildenden Ausbau in Schulen.

Musterraum

Das System W152 mit beidseitig zweilagiger Beplankung und 60 mm Mineralfaserdämmung weist eine Gesamtdicke von 12,5 cm auf. Die Montage erfolgt direkt auf dem bestehenden Estrich, da dieser aus wirtschaftlichen Gründen erhalten bleibt. Zur Verminderung der Schall-Längsübertragung ist jedoch im schwimmenden Estrich eine Trennfuge ausgeführt. Zudem werden die Trennwände bis zur bestehenden Stahlbetonrippendecke hochgeführt, der Anschluss an die Rohdecke erfolgt gleitend und entspricht den gestellten Brand- und Schallschutzanforderungen. Der Wandanschluss an die neue Elementfassade erfolgt in zwei Varianten. Entweder in unverminderter Wanddicke oder mit dem geprüften Knauf Schwertanschluss gemäß der vom Hersteller empfohlenen Detailausführung W152-A2. Mit einer Bauteildicke von 78 mm bietet der Schwertanschluss aufgrund seiner weitgehend entkoppelten Unterkonstruktion einen hervorragenden Basiswert für die Luftschalldämmung. Die abgehängte Decke ist als vollflächig schallabsorbierende Konstruktion konzipiert und besteht aus Thermofon Mineralfaserakustikplatten von Knauf AMF, mit einem Schallabsorptionsgrad αw von 0,95. Der Boden ist mit einem elastischen Belag versehen.

Für ein ruhiges Lernumfeld

Die bauakustischen Messungen in den Musterräumen zeigen: Die im Knauf System erstellten Trennwände zwischen Unterrichtsräumen erfüllen mit einem bewerteten Bau-Schalldämm-Maß R´w von 47 dB die Anforderungen der DIN.

Auch im Bereich der Flure erreicht die Knauf Diamant-Wand W152 in Verbindung mit schalltechnisch hochwertigen Türkonstruktionen den gemäß DIN 4109 geforderten Schallschutz. Zugleich erfüllt dieses Trennwandsystem differenzierte Brandschutzanforderungen von F30 bis F90.

Außerdem hat sich durch die Ausführung einer Trennfuge im schwimmenden Estrich die horizontale Trittschallübertragung erheblich verbessert: Der im Musterraum gemessene Trittschallpegel L'n,w beträgt 56 dB. Ohne Trennfuge lag dieser bei 77 dB (L'n,w Bestand).

Für gutes Verstehen

Schulisches Lernen beruht maßgeblich auf mündlicher Kommunikation, d.h. auf dem "Miteinander Reden" und dem "Einander Zuhören". Schule sollte daher ein Umfeld darstellen, welches das kommunikative Verhalten und damit das Lernen fördert. Unterrichtsräume dürfen nicht hallig sein, da sich dies negativ auf die Sprachverständlichkeit auswirkt und zugleich die Grundgeräuschpegel ansteigen. Eine gute Raumakustik gilt daher als Voraussetzung für eine förderliche Lernumgebung. Die messtechnische Überprüfung der Musterräume hinsichtlich ihrer Raumakustik waren für die verantwortlichen Bauherren, für Schulleitung und Architekten gleichermaßen wichtig, um eine wirksame und zugleich wirtschaftliche Sanierungsstrategie für die Kasseler Landkreisschulen entwickeln zu können.

Grundlage zur Überprüfung der Raumakustik ist die DIN 18041 "Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen". Eine wesentliche Größe zur Beurteilung der raumakustischen Qualität von Räumen ist die Nachhallzeit T. Der zu ermittelnde Sollwert der Nachhallzeit ist dabei abhängig vom Raumvolumen sowie vom Frequenzbereich der Sprache (100 Hz bis 5000 Hz), von der Möblierung sowie von der Besetzung. Dabei gilt: Der Sollwert der Nachhallzeit TSoll ist mit einer Genauigkeit von 20 Prozent einzuhalten. Für den untersuchten Musterraum mit einem Raumvolumen von 205 m³ galt es eine Nachhallzeit TSoll von 0,57 s einzuhalten. Die DIN 18 041 gibt zudem weiterreichende Empfehlungen zur raumakustischen Gestaltung von Räumen. Befürwortet wird unter anderem schallabsorbierende Flächen in Unterrichtsräumen gleichmäßig auf die Raumoberflächen zu verteilen. Für Raumgrößen mit 250 m³ wird geraten, eine vollflächig schallabsorbierende Decke mit einer schallabsorbierenden Rückwand zu kombinieren.

Messergebnisse Raumakustik

Die Anforderungen an die Nachhallzeit nach DIN 18 041 mit dem Wert TSoll von 0,57 s werden sicher eingehalten. Die Messwerte der Nachhallzeiten für den unbesetzten Zustand und berechnete Werte für den besetzten Zustand mit der abgehängten Unterdecke aus Mineralfaserakustikplatten Thermatex Thermofon von Knauf AMF zeigen: Für den besetzten Zustand liegen die berechneten Nachhallzeiten mit Ausnahme des hohen Frequenzbereiches innerhalb des Toleranzbereichs der DIN 18041. Der Anstieg der Nachhallzeiten zu hohen Frequenzen ist auf die geringe Diffusität der Raumbegrenzungsflächen zurückzuführen. Die DIN 18041 schlägt z.B. vor, ein mittleres Deckenfeld schallreflektierend auszuführen und zum Ausgleich der notwendigen schallabsorbierenden Flächen an Wänden Schallabsorber einzubauen.

Auf Grund wirtschaftlicher Zwänge konnte diese Empfehlung nicht bei der Sanierung der Erich-Kästner-Schule verwirklicht werden. Deshalb wurden in Musterräumen weiterreichende akustische Untersuchungen durchgeführt. Diese zeigten, dass sich die Nachhallzeiten im hohen Frequenzbereich durch die Möblierung mit Schränken und Regalen positiv verändern, wenn diese vorzugsweise an der Rückwand gegenüber der Tafel stehen. Der Schulleitung wird daher empfohlen, die Möblierung der Unterrichtsräume entsprechend durchzuführen.

Detail

Die Sanierung eines Schulgebäudes muss ganzheitliche Ziele verfolgen: Ein in die Jahre gekommenes Gebäude in Stand zu halten, Energie einzusparen und gleichzeitig den Nutzerkomfort zu erhöhen sowie die Institution „Schule“ soziokulturell aufzuwerten.

Dieser Verantwortung waren sich die für die Sanierung verantwortlichen Vertreter der GHT Gesellschaft für Projektmanagement Hessen-Thüringen ebenso bewusst wie die projektleitenden Architekten der RSE Planungsgesellschaft. Auf Grundlage detaillierter Voruntersuchungen des Bestands haben die Planer verlässliche Planungsgrundlagen für die Sanierung erarbeitet. Vor allem im Bereich Innenausbau hat sich die frühzeitige Zusammenarbeit mit einem Hersteller von Trockenbausystemen bewährt.

Umfangreiche bau- und raumakustische Messungen im Bestand haben die prognostizierte Leistungsfähigkeit der Knauf Diamant-Wand W152 sowie der Mineralfaserakustikplatten Thermatex Thermofon von Knauf AMF bestätigt. Auch überzeugte die hohe Robustheit der Hartgipsplatte Diamant Bauherren, Schulbehörde wie Architekten gleichermaßen: Seit 2007 sind für Schulsanierungen in Hessen hochwertige Trockenbausysteme Standard.

Bautafel

Projekt:

Sanierung Sanierung Erich-Kästner-Gesamtschule, Baunatal-Großenritte
Bauherr:
Projektentwicklungs GmbH & Co. Schulen im Landkreis Kassel KG, Standort Hofgeismar vertreten durch: GHT Gesellschaft für Projektmanagement Hessen-Thüringen mbH, Kassel
Planung:
RSE Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Bauphysik:
Kurz und Fischer GmbH, Winnenden und Halle a.d. Saale
Trockenbau:
Okel GmbH & Co. KG, Diemelstadt
Beratung Trockenbau:
Thomas Schönewald, Knauf Gips KG
Beratung Akustikdecke:
Antonius Sprenger-Piper, Knauf AMF

Leistung

Die im Knauf System W 152 erstellten Trennwände zwischen Unterrischtsräumen erfüllen mit einem bewerteten Bau-Schalldämm-Maß R'w von 47 dB die Anforderungen der DIN. Auch im Bereich der Flure erreicht die Knauf Diamant-Wand W152 in Verbindung mit schalltechnisch hochwertigen Türkonstruktionen den gemäß DIN 4109 geforderten Schallschutz.

Die Messwerte der Nachhallzeiten für den unbesetzten Zustand und berechnete Werte für den besetzten Zustand mit der abgehängten Unterdecke aus Mineralfaserakustikplatten Thermatex Thermofon von Knauf AMF zeigen: Für den be­setzten Zustand liegen die berechneten Nachhallzeiten mit Ausnahme des hohen Frequenzbereiches innerhalb des Toleranzbereichs der DIN 18041.

Produkte

Knauf Diamant Wand W152

Knauf AMF Mineralfaserakustikplatte Thermatex Thermofon

Bautafel

Knauf Gips KG

Knauf AMF