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Armin Knab Gymnasium, KitzingenKitzingen

Armin Knab Gymnasium, Kitzingen

Schulsanierung im Duett: Außendämmung trifft Leichtbauweise

Armin Knab Gymnasium, Kitzingen
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Bautafel
Bauherr:Landkreis Kitzingen
Architekt:Architekten Roth und Haas, Eibelstadt
Fachberatung:Klaus Estenfelder und Mario Franke, Knauf Gips KG
Verarbeiter:Fassade: MDD Stuck GmbH, Heching; Innenausbau: Raum und Schrift Maler GmbH, Chemnitz; Hofmann Fußbodenbau GmbH & Co. KG, Neutraubling

Laute Räume, im Brandfall gefährdete Konstruktionen, hohe Heizkosten: Die Mängelliste des Armin-Knab-Gymnasiums Kitzingen ist symptomatisch für viele Schulbauten aus den 60er Jahren. Und wie bei vielen dieser Bauten konnte auch Kitzingen durch eine Sanierung – im laufenden Betrieb – und einen zusätzlichen Erweiterungsbau wieder auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden. Energiekonzept: Die Erweiterung wurde unmittelbar im Norden an das bestehende Gebäude angedockt. Analog zur dadurch optimierten Kompaktheit der Schule hat sich damit das A/Ve-Verhältnis auf 0,27 1/m verbessert. In Kombination mit der zusätzlichen Dämmung aller Hüllflächen und den neuen Fenstern hat sich somit auch der Heizwärmebedarf entscheidend verringert. Der bilanzierte Heizwärmebedarf qh entspricht nach der Sanierung 49 kWh/m²a. Somit werden die gesetzlichen Anforderungen der EnEV um rund 81 Prozent unterschritten. Durch eine bestehende Heizzentrale im Schulzentrum wird die Schule auch in Zukunft mit Nahwärme versorgt. Zur Optimierung wurde die Nahwärmeleitung innerhalb der gedämmten Hülle der Schule neu verlegt und erneuert. Die Verluste der alten im Außenbereich verlaufenden Nahwärmeleitung kommen nun dem Heizenergiebedarf der Schule zu gute. 20 m2, auf dem Dach der Turnhalle montierte Solarkollektoren decken künftig ca. 45 Prozent des Bedarfs an Warmwasser. Die überalterten ineffizienten Kessel der Heizzentrale des Schulzentrums werden im Zuge der Sanierung noch eine Holzhackschnitzelanlage ausgetauscht. Durch den Waldreichtum des Landkreises ist sichergestellt, dass auch künftig ausreichend hochwertige Hackschnitzel zu günstigen Preisen erhältlich sind. Automatische Beschattung durch Sonnenschutzlamellen sorgt dafür, dass die Räume sich im Sommer nicht übermäßig erhitzen. Durch die vorhandenen Speichermassen der massiven Wände und Decken wird eine Amplitudenverschiebung vom warmen Tag zur kühlen Nachtzeit erreicht. Nachts entladen sich diese Speichermassen durch die natürliche Thermik der Luft durch alle Räume wieder. Hierfür sind alle Räume mit feststellbaren Öffnungsflügeln und einbruchsicheren Wetterschutzgittern ausgestattet. Die Abluft zieht über die Rauchwärmeabzugsflügel des Lichthofs in der Pausenhalle und den vier Treppenhäusern ab.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Die bestehenden Räume wurden neu organisiert, Raumaufteilungen optimiert, die Funktionsabläufe für den künftigen Schulablauf verbessert und die Barrierefreiheit der Räume gesichert bzw. durch Umbauten ermöglicht. Die im Hinblick auf den baulichen Brandschutz problematische offene Treppenhalle wurde aufgegeben und durch zwei neue Treppenhäuser im Nordwesten und Nordosten ersetzt. Im ersten Stock des Bestands findet nun die neue Pausenhalle Platz – auf der gleichen Ebene wie der Pausenhof. Ihr vorgelagert ist der viergeschossige Neubau, in dessen Obergeschoss naturwissenschaftliche Räume mit hohem Installationsaufwand untergebracht sind.

Den Geräuschpegel in den lauten Räumen des Altbaus und den lärmintensiveren Zonen des neuen Trakts dämmen nun Akustikdesignlochplatten. Und gegen vergraute Mauern und hohe Heizkosten half eine energetische Sanierung, in der unter anderem Fenster ausgetauscht und Fassaden durch ein 180 mm dickes Wärmedämmverbundsystem mit EPS-Dämmstoff (l = 0,35) optimiert wurden.

Lösung

Im Neubau und an bis dahin ungedämmten Außenfronten des Bestands kam das System Knauf Warm-Wand Basis mit 180 mm Dicke zum Einsatz. Wände, die bereits eine – wenn auch dünne – Dämmschicht aufwiesen, wurden mit dem innovativen und allgemein bauaufsichtlich zugelassenem System Knauf Warm-Wand Duo aufgedoppelt, so dass die Gesamtdämmschichtdicke nun ebenfalls 180 mm aufweist. Zu diesem Zweck prüften die Monteure die bestehende 80 mm starke Dämmschicht zunächst auf ihre Standsicherheit und verfestigten den Altputz mit einem siloxanverstärkten Tiefengrund, Knauf Grundol. Im Anschluss wurde auf den bereits früher gedämmten Altbestand weitere 100 mm EPS-Dämmstoff mit dem systemzugehörigen Knauf Duo-Kleber aufgeklebt und gemäß der Windlastnorm DIN 1055-4 vollflächig verdübelt. Der Sockelbereich ist mit den wärmebrückenfreien Sockelelementen Knauf Quix-XL in der jeweils benötigten Dämmstoffstärke ausgebildet. Die wärmebrückenfreien Jalousiekästen, die die Abschattungsanlagen unsichtbar beherbergen, sind ebenfalls von Knauf vertriebene, flächenhomogene, U-förmig ausgebildete Schürzenelemente. Sie wurden oberhalb der Fensterstürze fassadenbündig montiert. Die Schnittstellenoptimierung zwischen den einzelnen angrenzenden Gewerken (Fensterbauer, Schlosser, Elektriker, Stuckateur) und der Bauleitung wurde bei „Jour Fix – Terminen“ von der Fa. Knauf aktiv begleitet. Eine Sonderlösung gab es auch für die reliefgeschmückte Atriumfassade. Um die dekorativen Elemente nicht hinter einer Außendämmung verstecken zu müssen, wurden sie mittels Anstrich lediglich hydrophobiert. Gedämmt wurde stattdessen auf der Innenseite des Atriums durch eine Trockenbauvorwand mit integrierter Dampfsperre.

Parallel zu den Dämmmaßnahmen modernisierten die mit der Sanierung beauftragten Architekten Roth + Haas auch das Lüftungskonzept der Schule auf ebenso schlichte wie kostengünstige Weise: Anstelle einer kostenintensiven Lüftungsanlage erhielten die Klassenräume jeweils Fenster mit Öffnungsflügeln, die – durch Lüftungsgitter vor Einbruchsversuchen und der Witterung geschützt – nachts einfach geöffnet werden und so auf natürliche Weise mit Hilfe der massiven Bauteile als Speicher sommerliche Wärmespitzen zu senken helfen. Die für die Lüftungsgitter eingesetzten Farben Gelb, Blau, Grün und Rot ergeben ein interessantes Farbenspiel an der Fassade.

Das Innenleben des Gebäudes wurde im Zuge der Sanierungsarbeiten ebenfalls an heutige Anforderungen angepasst. Zu kleine Klassenzimmer wurden vergrößert, zu große unterteilt, Verwaltung und Toiletten neu konzipiert. Statisch nicht mehr akzeptable respektive aufgrund des zu hohen Eigengewichtes und der heutzutage höheren Verkehrslasten durchsackungsgefährdete Mauern wurden abgerissen und durch Trockenbaukonstruktionen ersetzt. Dabei kamen in der Regel klassische, mit Bauplatten beplankte 15 cm dicke Ständerkonstruktionen W112 zum Einsatz. In der Sporthalle verbauten Monteure eine Knauf-Brandwand W131 mit Stahlblecheinlage, um den heutigen Brandschutzbedingungen nach F 90 gerecht zu werden.

„Decke unter Decke“ kombiniert Brand- und Schallschutz

Parallel zu den Wänden wurden auch Böden und Decken saniert: Brüchige oder zu dünne Estriche ersetzt Knauf-Fliesestrich. In den Klassenzimmern senken quadratisch gelochte Akustikdesignplatten den Schall. In den Fluren mussten neben den akustischen Anforderungen auch brandschutztechnische (F 90) integriert werden, da die bestehenden Rippendecken des Rohbaus letztere nicht erfüllten. Entsprechend ist die Deckenkonstruktion in diesen Bereichen nach dem Knauf-Prinzip Decke unter Decke zweischichtig aufgebaut. Die Betonrippendecke wurde mit einer Knauf Brandschutzdecke D112 mit Fireboard-Platten auf F90 aufgerüstet. Diese erste Ebene ist als alleinwirkende Decke ausgelegt. Darunter verläuft die Installationsebene. Unter dieser wiederum hängt ein Deckenspiegel mit quadratisch gelochten Akustikdesignplatten 12,5/12,5 mm (Lochanteil 23 Prozent) in der Mittelzone und einem umlaufenden geschlossenen Gipsplattenfries am Rand. Die zweite Ebene wird direkt an die Unterkonstruktion der Grunddecke gehängt, eine Befestigung über Gewindestangen an der Rohdecke wie bislang üblich entfällt. Deckenspiegel aus Lochplatten verkleiden darüber hinaus Installationen, die die Flure queren. Deckensprünge akzentuieren in U-förmigen Verkofferungen integrierte Lichtbänder. In Abstimmung mit dem Schallschutzkonzept der Flure wurden in der Pausenhalle ebenfalls Lochplatten mit quadratischer Lochung als schallschluckende Elemente eingesetzt.

Details

Im Neubau herrschen Sichtbetondecken und –wände vor. Den Schall dämpfen auch hier akustisch wirksame Lochplatten, die in Form von Randfriesen gestalterische Akzente an den Decken der Klassenzimmer setzen. Entsprechend ziehen sich die Farben grau und weiß wie ein roter Faden durch das sanierte Gebäude. Fröhliche Akzente setzen die bestehenden und teilweise ergänzten Sichtklinkerwände im Altbau, die farbigen Lüftungsflügel und die Keramikfassade des Neubaus. Kombiniert mit Holzverkleidungen in Buche, Türen aus Buchenholz und warmen Linoleumböden ist so im Zuge der Sanierung ein Ensemble entstanden, das nichts mehr mit kalten, lauten und im Brandfall gefährdeten 60er-Jahre-Kisten gemein hat. Stattdessen darf sich das Gymnasium Kitzingen nun rühmen, energetisch, akustisch und optisch mit jedem Neubau mithalten zu können.

Standort

Armin Knab Gymnasium, Kitzingen

Kanzler-Stürtzel-Straße 15
97318 Kitzingen Route finden

Verwendete Produkte

  • Fireboard
    Spezialgipsplatte A1 für den hochwertigen Brandschutz  Fireboard
  • Grundol
    Siloxanverstärkter Tiefengrund E.L.F.  Grundol

Unsere Kompetenzen