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Bundeskanzleramt, BerlinBerlin

Bundeskanzleramt, Berlin

Ein grandioser Auftritt in Berlin

Bautafel
Architekt:Axel Schultes Architekten, Berlin
Fachberatung:Knauf Berlin und Zentrale Objektberarbeitung Iphofen
Verarbeiter:Lindner AG, Arnstorf, Rebentisch GmbH, Berlin

Das Kanzleramt setzt sich aus drei Bauten zusammen: aus zwei Gebäuderiegeln, 335 Meter und 204 Meter lang, und dem dazwischen angeordneten quadratischen Leitungsblock, der mit 36 Meter Höhe die 18 Metern hohen Gebäudeflügel deutlich überragt. Im Osten, Richtung Reichstag, befindet sich der Ehrenhof, der Protokolleingang. Nach Westen öffnet sich das Leitungsgebäude zum Kanzlergarten und - über die Spree hinweg - zum Kanzlerpark auf dem Moabiter Werder.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Das Spreebogen-Konzept

Das Kanzleramt zeugt von einer großen Geste, einer eindeutigen Zeichenhaftigkeit - dennoch: Das ursprüngliche Konzept des Architektenteams Axel Schultes und Charlotte Frank, ein "Band des Bundes" als "mutige Selbstdarstellung des demokratischen Staates" zu schaffen, wurde in den Mühlen der Entscheidungsträger in drei einzelne Stücke zermalmt: Bundeskanzleramt, Forum und Alsenblock. Dabei hatten die Architekten 1993 den internationalen Ideenwettbewerb mit einer grandiosen Idee für sich entschieden. Ihr städtebaulicher Entwurf, der eine Art "Klammer" von über zwei Kilometer Länge und zirka 100 Metern Breite vorsah, galt als Ausdruck eines "stadträumlich wirkungsvollen Bildes der wiedergewonnenen staatlichen Einheit Deutschlands", als große, Ost und West verbindende Geste. Für das Bundeskanzleramt und den Alsenblock, heute Paul-Löbe und Marie-Elisabeth-Lüders Haus, fanden jedoch zwei separate Wettbewerbe statt: Die Gewinner: Axel Schultes und Charlotte Frank sowie Stephan Braunfels. Das Herzstück der Anlage indessen, das Bürgerforum mit Platz für Cafés, Restaurants und Läden, blieb außen vor. Bis heute existiert noch keine ausführbare Planung.

Vielschichtige Raumgefüge

Wie monolithisch das Gebäude von außen wirken mag, im Inneren zeigt sich ein vielschichtiges Raumgefüge, das geprägt ist von Offenheit und Intimität, von überraschenden Perspektiven sowie einer wohl kalkulierten Führung des Lichtes. Ruhig schwingende Deckenwellen werden zur bild­haften Metapher der ursprünglichen städtebaulichen Idee "Band des Bundes", eine kreisrunde Treppenanlage entpuppt sich als komplexe Raumkomposition, klar strukturierte Büroräume bieten die nötige Variabilität für konzentrierte wie auch teamorientierte Arbeit. Im Leitungsgebäude wird der Besucher zunächst von einer riesigen Eingangshalle empfangen. Bis zu den Oberlichtbändern, die die Seitenflügel deutlich absetzen, kann er ungehindert aufblicken. Die Mitte des quadratisch angelegten Baus wird durch einen im Grundriss kreisförmig angelegten Kubus bestimmt, der in verschiedene Raumsegmente aufgeteilt ist und durch breit angelegte Treppenaufgänge gefasst wird. Unterschiedlich modellierte und scheinbar frei platzierte Stelen, die vom Ehrenhof und vom Kanzlergarten aus durch die Fassade nach Innen dringen, werden zusätzlich als raumbildende Körper eingesetzt. Sie leiten den Besucher auf den zentralen "Platz" in der Gebäudemitte. Eine wellenförmige Deckenfläche dient als verbindendes Element über unterschiedliche Niveaus hinweg, - vom Eingangsbereich am Ehrenhof in das auf der Ebene des höher liegenden Kanzlergartens angesiedelte Foyer. Von dort aus ist der zweigeschossige Konferenzsaal zugängig. Im dritten und vierten Obergeschoss sind Sitzungsräume und Archive zu finden. Das eigentliche Kanzleramt beginnt darüber und wird über eine sogenannte "Sky-Lobby" erschlossen. Die Verwaltung ist in der Nord- und Südspange organisiert. Insgesamt 13 Wintergärten gliedern die kammartig angelegten Seitenflügel. In der Regel bilden sechs gleich große Büros eine Einheit, die an einem kurzen Stichflur liegen.

Raumkunstwerk mit optimalen Oberflächen

Die Innenraumgestaltung des Kanzleramtes stellt sich als komplexe Komposition aus strenger Geometrie gegenüber organischer Form dar. Die Wirkung basiert auf perfekt geformten Übergängen sowie exakt ausgeführten Oberflächen. Entsprechend anspruchsvoll waren die Anforderungen der Architekten und der Bauleitung an die Putzoberflächen und -details. Decken und Wandflächen, größtenteils aus Ortbeton, wurden daher je nach notwendiger Höhe des Ausgleichs mit Knauf Putzen überzogen. Neben den Maschinenputzen MP 75 (rund 40.000 m²), der hauptsächlich in Treppenhäusern eingesetzt wurde, und Universal-Finish (rund 40.000 m²) wurde auch der Handputz Rotband verarbeitet. Die Putzarbeiten wurden von der Rebentisch GmbH, Berlin, ausgeführt.

Die wellenförmige, zum Teil mit Kassetten gegliederte Decke erzeugt im Eingangsbereich einen starken Raumeindruck. Das gewaltige Volumen schwingt sich durch die gesamte Tiefe des Gebäudes. Das ausführende Unternehmen entschied sich in diesem Bereich für den Einsatz des Knauf Universal-Finish.

Die ausgefeilte Maschinenlogistik und die besonders leichte, einlagige und staubfreie Verarbeitbarkeit von Universal-Finish, wie auch die glatte und feste Oberflächenqualität dieses Dünnputzes liefern die unschlagbaren Vorteile gegenüber herkömmlichen Techniken mit Dispersionsspachtelmassen, die je nach Untergrundqualität mehrmals aufgetragen und geschliffen werden müssen.

Drei Silos mit Silojetanlage, eine PFT G4 und zwei PFT G5 Putzmaschinen stellten das Rückgrat der Logistiktechnik. Die optimierten Dünnputzeigen­schaften boten bei einer durchschnittlichen Materialdicke von 3 - 5 mm die notwendige Sicherheit für das Gestalten von hohen Wänden oder der geschwungenen Deckenfläche in der Einganghalle. Zur Gewährleistung der optimalen Putzhaftung wurden die Betonflächen, die zum Teil mit Schalungstrennmitteln verunreinigt waren, mit Knauf Betokontakt vorbehandelt.

Unterschiedliche Belichtungssituationen heben die optische Wirkung der geschwungenen weißen Deckenfläche hervor. Geradlinig geführte Kanten an den Deckenrändern und an den kassettenartigen Einschnitten oder exakt geformten Übergängen zur integrierten Beleuchtung zeugen von einer sorgfältigen handwerklichen Ausführung.

Mit einer runden Treppenanlage haben Axel Schultes und Charlotte Frank im fünften, sechsten und siebten Geschoss des Leitungsgebäudes eine äußerst wirkungsvolle Raumkomposition geschaffen: die "Sky-Lobby", angelegt wie ein klei­nes Amphitheater. Geschwungene Brüstungen, gestaffelte oder einfache Deckenversprünge und offene Stege schaffen überraschende Perspektiven. Glatte weiße Wand- und Deckenflächen unterstützen die Wirkung dieser raffiniert angelegten Raumgeometrie und lassen die enorme Plastizität von Knauf Universal-Finish erkennen. Die geschwungenen auskragenden Brüstungssimse hingegen erhielten durch Verputzen von Hand mit Knauf Rotband ihre geplante exakte Form.

Eine wellenförmige Deckenfläche dient als verbindendes Element über unterschiedliche Niveaus hinweg, - vom Eingangsbereich am Ehrenhof in das auf der Ebene des höher liegenden Kanzlergartens angesiedelte Foyer. Von dort aus ist der zweigeschossige Konferenzsaal zugängig. Im dritten und vierten Obergeschoss sind Sitzungsräume und Archive zu finden. Das eigentliche Kanzleramt beginnt darüber und wird über eine sogenannte "Sky-Lobby" erschlossen.

Die Verwaltung ist in der Nord- und Südspange organisiert. Insgesamt 13 Wintergärten gliedern die kammartig angelegten Seitenflügel. In der Regel bilden sechs gleich große Büros eine Einheit, die an einem kurzen Stichflur liegen.

Lösung

Wellendecken in Trockenbau

Die konsequente Umsetzung des in sich stimmigen Architekturkonzepts bis ins Detail war auch für den Trockenbau maßgebend. So ist die konzipierte Gesamtwirkung der Decke im fünften, sechsten und siebten umdachten Obergeschoss des Leitungsgebäudes als fester Bestandteil der ursprünglichen städtebaulichen Raumidee von einem "Band des Bundes" anzusehen: Wie eine ruhige Woge schwingt die Deckenfläche "ungehindert" durch alle Räume einer Etage. Neben einer interessanten Lichtführung und einer guten Akustik schaffen die Architekten durch die Deckengestaltung Räume mit intimem Charakter. Konstruktion und Ausführung der Decke stellten für den Systementwickler Knauf und die ausführende Firma Lindner eine Herausforderung dar. Von Vorteil erwies sich dabei, dass das gewählte Knauf System als "konzeptionelles Grundgerüst" genutzt werden konnte, um konkrete Sonderlösungen zu entwickeln.

So besteht die Grundkonstruktion der konvex und konkav geformten Deckenfläche aus einem vorgefertigten Grobrost von CD-Profilen 60/27 - überlagert von einem Feinrost, der mit zwei Lagen 9,5 mm dicker Knauf Platten beplankt ist. Die in Zusammenarbeit mit Lindner und Knauf sorgfältig entwickelten und speziell auf dieses Projekt abgestimmten Details jedoch sind es, die die Decke zu einem überzeugenden Bestandteil der architektonischen Raumidee werden lassen. Die Trennwände zwischen den Büros und zum Flur hin sind im oberen Bereich verglast, so dass die große Geste der Deckengestaltung erlebbar bleibt.

Die Unterkonstruktion wurde deshalb von Lindner durchgängig nivelliert, dann montiert und anschließend im Bereich der Verglasungen ausgeschnitten. Nachdem die Verglasung eingepasst war, konnte die Deckenbekleidung aufgebracht werden. Speziell vorgefertigte Metallplatinen, von Lindner entwickelt und gefertigt, garantieren dabei eine exakte Ausbildung der Deckenkanten im Bereich der Glasscheiben.

Frei auskragende Wellenspitzen im Flur sowie entlang der Außenfassade machen die Eleganz der abgehängten Decke vollkommen. Prinzip, Konstruktion und Form wurden bei Knauf entwickelt und gefertigt.

Die Sonderkonstruktion besteht aus einem UA-Schienenrost 50/40/2,0. Vorgefertigte Bügelkonstruktionen aus Leichtmetall sind mit den konvex gebogenen CD-Profilen des Grobrostes der Decke verbunden. Das UA-Profil übernimmt dabei die Lastaufnahme, während das CD-Profil die einheitliche Linienführung der Deckenfläche bis zur "losgelösten" Wellenspitze ermöglicht. Insgesamt entsteht eine Kragarm-Konstruktion, auf die schließlich eine vorgefertigte Knauf Gipsschale aufgeschoben und verschraubt wird. Rund 600 qm Wellendecke sind auf diese Weise entstanden.

Kombination Hohlraum- und Doppelboden

Die Kommunikationstechnik im Kanzleramt entspricht dem neuesten Stand der Technik und bietet die im modernen Bürobau geforderte Flexibilität. Grundvoraussetzung dafür ist eine technisch sinnvolle Kombination von Hohlraum- und Doppelbodensystemen, um Installationsleitungen problemlos zu jedem Punkt eines Raumes führen zu können. Der Vorteil dieser Kombination beruht darauf: Während Hohlraumbodensysteme eine durchgängige Estrichschicht aufweisen, ermöglichen Doppelbodensysteme einen schnellen Zugang zu allen Installationen an jeder beliebigen Stelle. Zwei Systeme der Firma Lindner mit Knauf Komponenten kamen zum Einsatz: der Hohlraumboden HoBo 35 FE GS 600 (rund 3600 m2), sowie der Doppelboden DoBo 600 A1 (rund 11000 qm). Maßgebend für die Wahl des Bodensystems war auch der konzeptionelle Entwurfsansatz der Architekten im Bereich der Büroflügel.

Eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre sollte geschaffen werden, die den Arbeitsabläufen entsprechend ver­ändert werden kann. Großzügige Doppeltüren ermöglichen es, gegenüberliegende Büros "zusammenzuschalten", so dass über den Stichflur hinweg Arbeitssituationen entstehen können, die einem Gruppenbüro entsprechen. Im Flurbereich der beiden Bürospangen ist das System DoBo 600 A1 ausgeführt. Stahlstützfüße, im Raster von 600 mm gestellt und höhenverstellbar, tragen frei aufliegende Doppelbodenplatten. Diese sind als "Stahlwanne" ausgeführt, die eine Füllmasse der Firma Knauf enthalten. Untergelegte Auflageplatten garantieren eine gute Schalldämmung. Die Kompatibilität mit dem Hohlraumboden-System HoBo 35-FE GS-600 erweist sich im Bundeskanzleramt als überzeugender Vorteil. Die Stahlstützen dieses Systems stehen ebenfalls in einem Raster von 600 mm.

Dadurch wird es möglich, innerhalb des Hohlraumboden-Systems einzelne Platten des Doppelbodens zu verlegen, um diese als Revisionsklappen zu nutzen. Werden mehrere Doppelboden-Platten in Reihe verlegt, kann auf unkomplizierte und wirtschaftliche Weise ein Kanal innerhalb des Hohlraumbodens erstellt werden. Speziell für den Anwendungsbereich Hohlraumboden entwickelte verstärkte Gipsplatten bilden schließlich den begehbaren Unter­grund für den 35 mm dicken Knauf Fließestrich. Eingepasste Elektranden bieten zudem ein Höchstmaß an Flexibilität. Das System HoBo 35-FE GS-600 erfüllt dabei folgende Brand­schutzeigenschaften: F 30 von unten und F 90 von oben. Die gute Längsschalldämmung ermöglicht das Aufsetzen von gut schalldämmenden Wänden, so dass ein ruhiges Arbeiten im Bundeskanzleramt aus bautechnischer Sicht garantiert ist.

Standort

Bundeskanzleramt, Berlin

Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin Route finden

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Decke / Akustik

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