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Materialkunde - GipsLernen Sie den Baustoff Gips kennen

Der vielseitige Werkstoff

Gips ist ein wesentlicher Teil des natürlichen Lebensraums: Karstlandschaften beeindrucken durch ihre breit gefächerte Vegetation und vielfältige morphologische Erscheinungsformen. Und der Mensch hat diesen "Lebensraum Gips" stets genutzt und geprägt. Gipsgesteine zählen zu den wichtigsten mineralischen Baustoffen. Nicht unbedingt der Menge nach, obwohl 4 - 5 Mio. Tonnen auch keine Kleinigkeit mehr sind. Wichtiger ist ihre große Bedeutung vor allem für den Innenausbau.

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Gips - Ein vielfältiger Rohstoff

Die Natur ist erfinderisch

Der Erfindungsgeist der Natur ist genial: Gips, ein über 200 Millionen Jahre altes Gestein, ist so einfach zu handhaben, dass bereits vor Jahrtausenden damit gebaut wurde. Im alten Jericho waren schon vor 11.000 Jahren Wände und Fußböden aus Gips. In meisterhaften barocken Stuckarbeiten erlangte dieser Baustoff seine neue Blüte. Heute wird Gips für eine behagliche Wohnatmosphäre und zur kreativen Raumgestaltung eingesetzt.

Die Rohstoffbasis sichern

Kein Wunder, dass immer mehr von diesem "Wunderbaustoff" benötigt wird. In enger Verflechtung zwischen modernster Energietechnologie und intelligenten Verfahren sorgt Knauf dafür, dass Gips auch für die Zukunft als umweltgerechter Baustoff zur Verfügung steht.

Naturgips

Das weiße Naturgestein entstand in mehreren erdgeschichtlichen Epochen.

Gips entstand vor 100 bis 200 Millionen Jahren. Chemisch definiert, trägt Gips den Namen Calciumsulfat mit der Formel CaSO4 x 2H2O.

Es sedimentierte beim Verdunsten von Wasser in flachen Meeresbuchten rund um die Erde. Wenn im Laufe der Erdgeschichte Gipslager von anderen Gesteinsmassen überdeckt oder weiteren geologischen Einflüssen ausgesetzt waren, verloren sie ihr Kristallwasser - es entstand Anhydrit (CaSO4). Sobald wasserfreier Anhydrit wieder mit Wasser in Berührung kommt, verwandelt er sich langsam zurück in Gips.

Zur Herstellung unserer Produkte sind beide Naturstoffe wichtig. Sie werden sowohl im Tagbau als auch im Bergbau (Untertage) abgebaut.

REA-Gips

Rauchgasentschwefelungsanlagen-Gips als Rohstoff für die Baustoffindustrie.

Im Bundesimmissionsschutzgesetz von 1983 ist festgelegt, dass Kraftwerke mit Feuerungsanlagen auf der Basis fossiler Brennstoffe mit Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) ausgerüstet sein müssen. Damit wurde hierzulande ein großer Schritt zur Reinhaltung der Luft getan.

Wir bei Knauf trugen wesentlich dazu bei, die Technik zur Entschwefelung weiter zu entwickeln: Es ist ein einfaches, nasses Reinigungsverfahren mit natürlichem Kalk, bei dem als Endprodukt feuchter, feinteiliger Rauchgasgips - REA-Gips - anfällt, der direkt als Rohstoff dem Wirtschaftskreislauf der Baustoffindustrie zugeführt wird.

Sowohl die Technik zur Entschwefelung als auch die Entwicklung der Verfahren zur Verwendung des REA-Gipses in der Baustoffindustrie beruhen auf unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit und unseren umfassenden Know-how sowie einer engen Zusammenarbeit mit den Betreibern von Kraftwerken. Diese Verfahren haben sich auch in West- und Osteuropa durchgesetzt: Ein gutes Beispiel für europäische Kooperation und ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Schonung von Natur und Umwelt.

REA-Gips entsteht nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie Naturgips. Nur läuft dieser Prozess im Zeitraffertempo in wenigen Stunden ab, während die Natur Millionen Jahre zur Bildung der Gipslagerstätten benötigte.