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O°Darby Kaserne, Fürth

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Die Inszenierung neuer Lebensräume

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Bautafel
Bauherr:P & P Bayern Nord GmbH
Architekt:FSB Bauplan Zwickau
Fachberatung:Erwin Wellner und Frank Ankenbrandt, Knauf Gips KG
Bauaufgaben: Deckengestaltung,
Brandschutz,
Schallschutz

Der Ursprung der Kasernenanlage geht auf das Jahr 1890 zurück. Sie ist geprägt durch ein in sich geschlossenes, aber abwechslungsreiches städtebauliches Erscheinungsbild mit Zeugnissen unterschiedlicher Epochen und Baustile – von der Gründerzeit über den Jugendstil bis zur Neuen Sachlichkeit. Etwa 40 dieser Bauten gelten heute als denkmalwürdig. Sie sollten jedoch im Zuge der Neuordnung des Geländes nicht nur erhalten, sondern auch in das neue städtebauliche Entwicklungskonzept integriert werden. Vier dieser Baudenkmäler stehen um den ehemaligen Exerzierplatz und werden von der P & P Bayern Nord GmbH grundlegend saniert und zu 150 exklusiven Eigentumswohnungen umgebaut.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Ausgangslage für die Sanierung

Um die vorhandene Bausubstanz dem neuen Nutzungskonzept anpassen zu können, erfolgte zunächst eine Komplettentkernung. Dabei wurde zum Teil die Erschließung der einzelnen Gebäudeabschnitte neu organisiert – über neue Zugänge an vorhandene bzw. über neu angeordnete Treppenhäuser. Im Gegenzug zu diesen teilweise großen Eingriffen in den Bestand, die die Voraussetzung für eine sinnvolle Grundrisskonzeption bildeten, sollte die bauphysikalische und bautechnische Umsetzung der Sanierungs- und Umnutzungsmaßnahme ohne aufwändige und kostenintensive Anpassung der bestehenden Gebäudestatik in Trockenbau erfolgen. Dabei galt es vor allem, anspruchsvolle Brandschutzauflagen zu erfüllen. So mussten für vielfältige bauliche Gegebenheiten individuelle und zugleich wirtschaftlich tragbare Lösungen gefunden werden, wie für:

  • Ziegeldecken der Bauart 1.
  • Stahlträger im Deckenbereich.
  • Holzbalkendecken.
  • Dachschrägen.
  • Stützen und Träger aus Holz.

Die brandschutztechnischen Anforderungen für diese Bauteile lauteten F90. Vor allem in den Dachgeschossen - konzipiert für eine Nutzung mit Maisonette-Wohnungen – sollte die vorhandene Holzkonstruktion entsprechend der brandschutztechnischen Anforderungen der Bayerischen Bauordnung von F90 aufgerüstet werden. Auch an anderer Stelle waren wirkungsvolle Brandschutzkonstruktionen gefordert, wie im Bereich der vorhandenen Ziegeldecken über dem ersten Obergeschoss oder bei den neu zu erstellenden Wohnungstrennwänden.

Grundlegende Maßnahmen für ein neues Nutzungskonzept

Die ausschlaggebenden Leitlinien für die Durchführung der Sanierungsmaßnahme in Fürth lauteten daher: Keine Veränderung des vorhandenen statischen Systems sowie eine möglichst kurze Bauzeit für die bauphysikalisch, bautechnisch und gestalterisch angestrebte hohe Qualität. Die vertikale haustechnische Ver- und Entsorgung der Gebäude wurde innerhalb von Knauf Installationswänden oder Schachtwandkonstruktionen rationell und normgerecht gebündelt. Je nach Erfordernis wurden Installationsebenen über freistehende Knauf Vorsatzschalen geschaffen. Integrierte Register ermöglichten eine rationelle und normgerechte Sanitärinstallation. Die neue Grundrissgestaltung wurde mit dem Knauf Wandsystem W112 umgesetzt. Für die ebenfalls neu zu erstellenden Wohnungstrennwände waren erhöhte Anforderungen an Brand- und Schallschutz gestellt. Anstelle mit Standardplatten wurde die Konstruktion W115 gewählt. Insgesamt erwies sich die Integrationsfähigkeit und Kompatibilität der einzelnen Knauf Trockenbausysteme als ideal für eine unkomplizierte und schnelle horizontale Installationsführung.

Lösung

Maßnahmen zur Optimierung des Brandschutzes

Mit einer abgehängten Knauf Plattendecke K 215 konnte in Fürth im Bereich der vorhandenen Geschossdeckenkonstruktionen über dem ersten Obergeschoss eine wirtschaftliche Brandschutzlösung erreicht werden. Die Ziegeldecke der Bauart I, die brandschutztechnisch keine Klassifizierung aufwies, musste auf F90 aufgerüstet werden. Durch den Einbau der optimierten Knauf-Systemlösung wurde diese Anforderung effektiv umgesetzt. Die Leistungsfähigkeit der Plattendecke K215 basiert auf DIN 4102 Teil 4. Diese DIN-Norm ermöglicht es, Massivdecken und Unterdecken als brandschutztechnische Einheit zu bewerten. Dem entsprechend ist die Plattendecke als bauphysikalisch additiv konzipiert. Das bedeutet: Massivdecke + Unterdecke = klassifizierte Deckenkonstruktion. Im Zusammenspiel mit der Ziegeldecke erreicht das Knauf System K215 daher bereits durch eine einlagige Beplankung mit 15 mm dicken Fireboard Platten, einer brandschutztechnisch hochwertigen Spezialplatte der Baustoffklasse A1, die geforderte Feuerwiderstandsklasse von F90. Die Abhänghöhe der Unterdecke beträgt dabei rund 200 mm.

Dachgeschoss: Brandschutzmaßnahmen in Kombination mit Schallschutzverbesserungen

Für die Nutzung der Dachgeschosse als hochwertige Maisonette-Wohnungen mussten neben baurechtlich geforderten Brandschutz- auch Schallschutzanforderungen erfüllt werden. Dabei erwies sich die Knauf Dachgeschoss-Bekleidung D612 mit Metallunterkonstruktion als ideal. Zum einen erreicht das geprüfte Knauf System F90B und macht somit eine aufwändige und im Bestand oftmals nur mit zusätzlichen statischen Maßnahmen umsetzbare Konstruktion in Beton über- flüssig. Zum anderen bietet die zweilagig ausgeführte Bekleidung mit Knauf Massivbauplatten der Dicke 25 mm und Knauf GKF-Platten der Dicke 12,5 mm mit einem Rechenwert des Schalldämm- Maßes von Rw,R von 54 dB eine gute Ausgangslage für schalltechnisch hochwertigen Dachausbau. Den Brandschutzanforderungen entsprechend mussten auch frei im Raum verlaufende Kopfbänder, Holzbalken und Holzstützen der Dachkonstruktion - ein liegender Stuhl - auf eine Feuerwiderstandsklasse von F90 ertüchtigt werden. Die Kehlbalkenlage, die als Galerieebene genutzt werden sollte, erreicht mit der Knauf Holzbalkendecken-Bekleidung D152 von unten nicht nur die geforderte Feuerwiderstandsklasse von F90B, sondern erhält auch schallschutzwirksame Masse. Da die im System als Beplankung verwendete Knauf Massivbauplatte mit einer Dicke von 25 mm ein Plattengewicht von 21 kg/m² erreicht, bietet die Bekleidung nicht nur eine ästhetische Oberfläche, sondern leistet zugleich zum Schallschutz der gesamten Holzdeckenkonstruktion einen wirksamen Beitrag. Die Umnutzung der William O. Darby- Kaserne in Fürth ist ein treffendes Beispiel dafür, welch vielfältige Parameter bei der Sanierung eines Gebäudes zu erfüllen sind: Neben statisch-konstruktiven, bauphysikalischen und architektonisch- gestalterischen Maßnahmen sind es heute vor allem auch zeitliche und wirtschaftliche Vorgaben. Da in Fürth besonders hinsichtlich des Brand- und Schallschutzes optimierte Lösungen im Bestand gefordert waren, brachte dort in erster Linie die bauphysikalische Additionsfähigkeit von Trockenbausystemen entscheidende wirtschaftliche Vorteile. Die Leistungsfähigkeit vorhandener Bauteile konnte somit durch geprüfte Knauf Systeme sinnvoll genutzt und effektiv ergänzt werden. Der Faktor Zeit hingegen wurde durch eine auf den Bauablauf hin exakt abgestimmte Knauf-Logistik optimiert.

Details

In Fürth entsteht auf dem ehemaligen Gelände der William O. Darby-Kaserne ein neuer Stadtteil für ca. 2.500 Einwohner. Das 42 ha große Areal, das etwa so groß ist wie die gesamte Fürther Innenstadt, wurde 1995 von der bislang dort ansässigen US-Army aufgegeben und soll in den nächsten Jahren zu einem lebendigen städtischen Quartier umgestaltet werden. Geplant ist eine Nutzungsverflechtung von Wohnen, Versorgung, Dienstleistung und Arbeiten.

Leistung

  • Wohnungstrennwände mit Knauf System W115. Bewertetes Schalldämm-Maß Rw,R 63 dB.
  • Grundrissgestaltung mit Knauf System W112, FWD 100 mm. Bewertetes Schalldämm-Maß Rw,R 50 dB.
  • Brandschutztechnische Aufrüstung: Ziegeldecke auf F90 mit 15 mm Fireboard.
  • Feuerschutz-Ummantelung der Leuchten: Knauf System D181.
  • Brandschutzaufrüstung Stahlträger auf F90 mit Knauf System K252.
  • Brand- und schallschutztechnische Verbesserung Holzbalkendecke mit Knauf System D152.
  • Dachgeschossbekleidung F90B mit Knauf System D612.

Standort

O°Darby Kaserne, Fürth

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