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Schloss Callenberg, Coburg

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Zeitgemäßer Denkmalschutz

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Bautafel
Bauherr:Herzogliches Haus Sachsen-Coburg und Gotha
Architekt:Karl Heinz Glodschei, Weitramsdorf/Coburg
Fachberatung:Heiko Gilbert, Knauf Gips KG
Verarbeiter:Bernd Friedrich Putz und Malergeschäft, Ebersdorf-Friesendorf
Baujahr:2016
Fotograf:Stefan Ernst
Bauaufgaben: Wärmedämmung,
Putz und Fassade

Gerade bei verdeckt liegendem und überputzten Fachwerk sind die modernen Erkenntnisse hinsichtlich Wärme- und Feuchteschutz sowie Holzschutz für die später nicht mehr zugängliche Konstruktion zu beachten. Das Fachwerk des Beamtenhauses von Schloss Callenberg erhielt eine komplett neue Ausfachung. Der abgestimmte Putzaufbau mit Knauf Systemen kombiniert das historische Erscheinungsbild mit den heutigen bauphysikalischen Anforderungen.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Die denkmalgerechte Sanierung von Fachwerkgebäuden soll die Doppelbauweise aus Holz und mineralischen Baustoffen möglichst weitgehend in ihrer Form und Funktion bewahren, sie aber gleichzeitig mit zeitgemäßen Baumaterialien behutsam so erneuern und ergänzen, dass sie heutigen Lebens- und Wohnvorstellungen genügen kann. Wie dieser Spagat gelingen kann, zeigt die Sanierung des Beamtenhauses von Schloss Callenberg, dem Stammsitz des herzoglichen Hauses Sachsen-Coburg und Gotha.

Zu Beginn der Modernisierung stand eine umfassende Bestandsaufnahme, wie der Architekt und Stadtplaner Karl Heinz Glodschei aus Weitramsdorf/Coburg erklärt: „Die Konstruktion hatte keine Fundamente. Außerdem waren speziell die Schwelle, aber auch große Teile des Fachwerks im Erdgeschoss durch Feuchtigkeitsbelastung so stark beschädigt, dass wir viele Balken ersetzen mussten.“ Radikal fiel die Lösung in den Gefachen aus, wo sich ein ungeordneter Materialmix aus Naturstein und Lehm sowie gebrannten und ungebrannten Ziegeln gefunden hatte. Die Gefache wurden komplett entkernt und mit wärmedämmendem Porenbeton in zwei Schichten und einer Gesamtdicke von 30 cm ausgemauert.

Während auf der Innenseite der Außenwände so ein homogener mineralischer Untergrund entstand, zeigte der Putzgrund außen den typischen Fachwerkaufbau: Ausfachungen mit Porenbeton wechseln sich ab mit den historischen oder erneuerten Holzoberflächen der Balken. Die gesamten Putz- und Malerarbeiten wurden vom Fachunternehmer Bernd Friedrich aus Ebersdorf-Friesendorf durchgeführt. Zusammen mit dem Architekten und in enger Abstimmung mit dem Knauf Fachberater Heiko Gilbert entwickelte er ein Putzsystem, das den komplexen Anforderungen an die bauphysikalischen und ausführungstechnische Sicherheit ebenso gerecht wurde wie den architektonischen und denkmalpflegerischen Belangen.

Lösung

Außen:

Um den Wärmeschutz der Außenwand insgesamt zu verbessern, vor allem aber um die Wärmebrückenwirkung der Holzbalken im hochwärmedämmenden Porenbeton zu reduzieren, bildet der Wärmedämmputz Knauf DP 007 die erste Schicht. Auf den so vorbereiteten Untergrund konnten die Mitarbeiter von Bernd Friedrich den Kalk-Zement-Wärmedämmputz DP 007 mit der Maschine auftragen. Die Nenndicke betrug 5 cm, doch ergaben sich durch Unebenheiten der historischen Konstruktion tatsächliche Putzdicken in einem Bereich von 4 – 8 cm. Durch seine EPS-Leichtzuschläge hat der Putz eine Wärmeleitfähigkeit von nur 0,066 W/(m·K), was die Energieeffizienz des Gebäudes insgesamt erhöht. Gleichzeitig wird so verhindert, dass sich die Holzbalken durch ihr abweichendes thermisches Verhalten später in der fertigen Putzfläche abzeichnen können.

Zusätzliche Sicherheit gegen Rissbildung bietet am Beamtenhaus von Schloss Callenberg der anschließende Klebe- und Armiermörtel Knauf Lustro, der mit Gewebeeinlage verarbeitet wurde. Den Abschluss des Putzaufbaus bildet schließlich Knauf Noblo Filz, ein mineralischer feinkörniger Oberputz in 1 mm Korngröße, der die für historische Bauwerke typischen dezent gefilzten Oberflächen zeigt. Durch seine Marmorkörnung hat Noblo eine weiße Oberfläche, weshalb die historisch überlieferte gelbe Farbgebung des Beamtenhauses mit der Silikat-Fassadenfarbe Knauf Minerol hergestellt wurde.

Innen:

Die Innenräume des modernisierten Beamtenhauses zeigen einen weiteren Vorteil mehrschichtiger Putzaufbauten. Denn wie in historischer Bausubstanz häufig, gab es auch hier auffällige Abweichungen der bestehenden Konstruktion aus Lot und Flucht. Bernd Friedrich nutzte den Putzaufbau, um mit jeweils angepassten Putzdicken Unebenheiten auszugleichen und möglichst gleichmäßige Anschlüsse, etwa zu den Türen, herzustellen.

Vergleichsweise einfach war der Putzaufbau auf den Innenseiten der Außenwände, wo der durchgehende Porenbeton einen Putzgrund fast wie im Neubau bildete. Es wurde ein zweischichtiger Aufbau aus Knauf Rotkalk Grund und Rotkalk Filz ausgeführt, der mit seiner dezenten Filzstruktur und dem strahlenden Weiß der Oberfläche den Bauherrn so sehr überzeugte, dass er auf einen Anstrich verzichtete.

Etwas anspruchsvoller waren die reinen Innenwände, bei denen wiederum ein Mix aus Fachwerk und Ausfachung als Putzgrund auftrat. Hier waren zunächst eine Schrenzlage über dem Fachwerk und ein Putzträger – in diesem Fall in Form eines ebenen Streckgitters aus verzinktem Stahl – erforderlich. Es folgte ein dreischichtiger Aufbau aus Rotkalk Grund, Rotkalk Fein mit Armierungsgewebe sowie abschließend Rotkalk Filz ohne Anstrich.

Details

Gerade bei verdeckt liegendem und überputzten Fachwerk sind die modernen Erkenntnisse hinsichtlich Wärme- und Feuchteschutz sowie Holzschutz für die später nicht mehr zugängliche Konstruktion zu beachten. Das Fachwerk des Beamtenhauses von Schloss Callenberg erhielt eine komplett neue Ausfachung. Der abgestimmte Putzaufbau mit Knauf Systemen kombiniert das historische Erscheinungsbild mit den heutigen bauphysikalischen Anforderungen.

Standort

Schloss Callenberg, Coburg

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