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Schule, Freiburg-Günterstal

Schule, Freiburg-Günterstal

Multifunktionelle Deckensanierung

Bautafel
Bauherr:Stadt Freiburg, Hochbauamt
Architekt:Egon Schätzle, Merdingen
Fachberatung:Siegmund Beierer, Knauf Gips KG, Stefan Lemler, Knauf AMF Deckensysteme
Verarbeiter:Arbeitsgemeinschaft Putz und Stuck, Freiburg GmbH, Hepper GmbH, Freiburg
Bauaufgaben: Deckengestaltung,
Brandschutz,
Schallschutz

Wo nötig, wurden bisher in der Schule Freiburg-Günterstal statische Verbesserungen ausgeführt. Bekannt war jedoch bereits seit 1977, dass die so genannten Hourtis-Decken keine zusätzlichen statischen Lasten mehr aufnehmen können.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Als 2001 wiederum über ein Gutachten des baulichen Brandschutzes, gemäß der Landesbauordnung und der Schulbaurichtlinien für Baden-Württemberg von 1999 geprüft wurde, wurden schwerwiegende Mängel erkannt: Die Befestigung der abgehängten Decken entsprach nicht der aktuellen DIN 18168 Teil 1. Auch erbrachten die vorhandenen Decken, die als Massivdecken der Bauart I eingestuft sind, nicht den erforderlichen Brandschutz von F90. Als Reaktion darauf wurde der Schulbetrieb eingestellt und ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben.

Lösung

Ziel war es, die Decken brandschutztechnisch auf F90 aufzurüsten, die Akustik in Klassenräumen und Fluren zu verbessern sowie eine der Ästhetik des Altbaus entsprechende Deckengestaltung zu erreichen.

Um die gestellten Anforderungen an die neuen Unterdecken technisch optimieren, wie wirtschaftlich vertretbar, erfüllen zu können, hat Architekt Egon Schätzle geziel Knauf Know-how genutzt: Die durch ABP abgesicherte Kombinationslösung "Massivdecke + Unterdecke = klassifizierte Deckenkonstruktion" in Verbindung mit dem Knauf Konstruktionsprinzip "Decke unter Decke" bilden die Grundlage. Darüber hinaus werden durch den Einsatz unterschiedlicher Deckensysteme von Knauf Gips und Knauf AMF synergetische Effekte erreicht: Brandschutz, Akustik, Gestaltung und Revisionierbarkeit werden abgestimmt auf jeweilige spezielle Erfordernisse im Raum. Als problematisch erwies sich bei Planung und Realisierung nicht nur die Tatsache, dass die bestehenden Decken keine zusätzlichen Lasten aufnehmen konnten, also eine abgehängte Unterdecken-Konstruktion von vorneherein ausfiel, sondern auch die Geometrie der Räume, vor allem der Klassenzimmer. Mit einer Breite von 9,00 bis 9,50 Meter und einer Tiefe von 6,00 bis 6,50 Meter sind die Spannweiten für die Montage einer geprüften freigespannten F90 Deckenkonstruktion zu groß. Dazu kam, dass die Sturzhöhe der vorhandenen Fenster lediglich rund 12 Zentimeter unter der vorhandenen Decke liegen. Egon Schätzle erarbeitete daher zusammen im Team mit dem Bauphysiker Wolfgang Rink und den Technischen Beratern von Knauf Gips und Knauf AMF eine praktikable und effiziente Lösung: Während eine Brandschutzebene nun geprüfte Sicherheit nach DIN garantiert, sorgen Deckensegel für akustisch und ästhetisch ausgewogene Raumatmosphäre.

Brandschutztechnisch wirksame Ebene

Egon Schätzle hat die Deckenflächen in den Klassen- und Fachräumen durch den Einbau von Stahlträgern neu strukturiert und nimmt damit Bezug auf die Fensteraufteilung in der Fassade. Zugleich schafft er dadurch die benötigten Auflagen für die Freitragende Fireboard-Decke A1. Das Knauf System K219 mit einlagiger Beplankung aus 20 mm dicken Fireboard-Platten erfüllt die F90-Anforderung von oben und unten, da die brandschutztechnische Qualität der vorhandenen Massivdecke der Bauart I berücksichtigt werden konnte. Die Wirtschaftlichkeit dieser brandschutztechnisch allein wirkenden Deckenkonstruktion beruht auf einer einfache Montage unter Verwendung von Trockebau-Standardprofilen (UW/CW). Die F90-Anforderung an die Verkleidung der Stahlträger wird mit einer einlagigen 20 mm dicken Fireboard-Ummantelung erreicht.

In den Fluren wurde die Rohdecke ebenfalls mit der Freitragenden Fireboard-Decken auf F90 ertüchtigt. Lediglich im Keller ist auf Grund der hohen Installtionsdichte und der dort geforderten freien Revisionierbarkeit das Knauf AMF Deckensystem F90 dual+Metall mit abklappbaren Rasterelementen und integrierter Beleuchtung montiert. Die perforierte Metallbeschichtung bietet dort zudem optimale Schallabsorbierung.

Im Dachgeschoss hingegen konnte die Knauf Brandschutzdecke K215 mit einlagiger Beplankung aus 25 mm dicken Fireboard über Direktabhänger an der vorhandenen Holzbalkendecke befestigt werden.

Akustisch wirksame Ebene

In Schulen ist die Planung einer an das Raumvolumen und die Raumnutzung angepasste Akustik besonders wichtig. Wird beipielsweise durch schlechte Akustik der Lärmpegel in Klassenzimmern zu hoch, ist konzentriertes Lernen nicht mehr möglich. Die akustischen Maßnahmen in der Sonderschule in Freiburg-Günterstal sind wohl austariert zwischen höchst möglicher Wirksamkeit und Ästhetik bei einem straff kalkulierten Sanierungsbudget. Das von Egon Schätzle entwickelte Konzept setzt auf gestalterische Konsequenz: Direkt von der Brandschutzebene abgehängte Akustikdecken bzw. Deckensegel übernehmen die Schallabsorption. Konstruktion und Aufbau der "Akustikebene" ist dabei abgestimmt auf den jeweiligen Einsatzort. In Fluren und allgemeinen Räumen sind Austik-Designdecken mit Knauf Streulochung 12/20/35 R mit rückseitig kaschiertem, schallabsorbierendem Faservlies, Farbe weiß, und zusätzlicher, mineralischer Faserdämmstoffauflage ausgeführt. Der Schallabsoptionsgrad der Knauf Platten beträgt bei einem Lufthohlraum von 60 mm und einer Hinterlegung mit Akustikvlies 0,55.

Im Gegensatz zu Allgemeinräumen sind die Akustik-Designdecken im Flur mit rund 30 Zentimeter Wandabstand montiert, damit die vorhandenen Fenster auch in Zukunft noch geöffnet werden können. Die Beleuchtung ist dabei in den neuen Decken integriert.

In Klassen- und Fachräumen hingegen wird die akustisch wirksame Ebene mit Deckensegeln gebildet als Kombination von zwei unterschiedlichen Systemen. Das Knauf AMF Deckensystem entspricht der Forderung nach höchstmöglicher Effizienz hinsichtlich Akustik, Montagezeit und Wirtschaftlichkeit: Ausgeführt als sichtbares System im Rasterformat im Oberflächendesign "Star" mit integrierten Langfeldleuchten. Die Deckenplatte bietet mit einem NRC-Wert von 0,55 ideale Voraussetzungen für beste Schallabsorption. Als weiterer Vorteil zählt die uneingeschränkte Zugänglichkeit der Deckensegel für Montage und Servicearbeiten. Mit einer Einfassung aus Knauf Bauplatten, die durch zweifache V-Fräsung eine exakt ausgebildete Kante erhalten, wird hingegen der hohe ästhetische Anspruch an die Gesamtwirkung der Deckensegel erfüllt. Diese Detaillösung ist bestes Beispiel dafür, welch kreatives Potenzial eine intesive Zusammenarbeit zwischen Architekten, Herstellern und Ausführenden birgt.

Die im Schulbau geforderten Werte hinsichtlich des Schallschutzes konnten in der Schule Freiburg-Günterstal durch Ertüchtigung der Decken zwar nicht erreicht werden, doch ist die Minderung im Hinblick auf die im Vergleich zu Regelschulen verminderte Klassenbelegung gut vertretbar.

Details

Die ehemalige Dorfschule in Freiburg-Günterstal, heute als Schule für geistig und körperbehinderte Menschen genutzt, wurde Anfang 1900 gebaut. In ihrer rund 100-jährigen Geschichte ist sie mehrmals den sich verändernden baurechtlichen Anforderungen angepasst worden - zuletzt 1977. Damals zeigten statische Untersuchungen der Bausubstanz, dass die alten Ziegeldecken zum Teil die im Schulbau geforderten Lastannahmen nicht erfüllen.

Leistung

  • Freitragende Decke F90-System K219 als Sonderkonstruktion mit 20 mm Knauf Fireboard.
  • Akustik-Decke nach Knauf Prinzip "Decke unter Decke" in Fluren als Akustik-Design-Decke mit Knauf Streulochung 12/20/35R mit rückseitig kaschierten schallabsorbierendem Faservlies.
  • Akustik-Ebene in Klassenräumen Knauf AMF-Rasterdeckensystem Star, NRC-Wert 0,55. Die Deckensegel sind eingefasst mit Knauf Bauplatten. Durch die zweifach V-Fräsung wird eine exakt ausgebildete Kante erzielt.

Standort

Schule, Freiburg-Günterstal

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