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St. Elisabeth-Krankenhaus, Bad Kissingen

St. Elisabeth-Krankenhaus, Bad Kissingen

Heilende Atmosphäre durch eine intensive Frischetherapie

St. Elisabeth-Krankenhaus, Bad Kissingen
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Bautafel
Bauherr:St. Elisabeth Krankenhaus GmbH, Bad Kissingen
Fachberatung:Klaus Estenfelder und Walter Rüth, Knauf
Bauaufgaben: Deckengestaltung,
Brandschutz,
Schallschutz,
Putz und Fassade

Das St. Elisabeth-Krankenhaus wurde Anfang 1960 in Betrieb genommen. Es dient der ambulanten und stationären Grundversorgung für Stadt und Landkreis. Nach rund 40 Jahren entsprach jedoch der Standard des Gebäudes, das insgesamt 196 Betten aufweist, nicht mehr den heutigen Anforderungen - ganz besonders galt dies für die sanitären Einrichtungen. In einem ersten Bauabschnitt wurde von 2000 bis 2002 der achtgeschossige Westflügel mit insgesamt 98 Betten saniert. Im zweiten Bauabschnitt folgte nun der Ostflügel, dessen Modernisierung 2004 abgeschlossen wurde.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Primär forderte der Bauherr ein kompaktes Sanierungs-Konzept, das die gewünschten Nutzungsanforderungen in einem finanziellen und betriebswirtschaftlich sinnvollen Rahmen umsetzt. Zugleich wünschte sich die Krankenhausleitung aber auch eine anspruchsvolle Gestaltung, die eine positive und im Innenbereich eher "wohnliche" Atmosphäre vermittelt. Dabei galt es, die verschiedenen Pflegebereiche völlig neu zu strukturieren.

Für jedes Patientenzimmer sollte eine integrierte Nasszelle mit WC, Waschbecken und Dusche sowie ein eigener Aufenthaltsbereich geschaffen werden. Weder die Bettenzahl sollte in Folge der Neustrukturierung reduziert werden, noch war ein Erweiterungsbau vorgesehen. Das Gebäude gemäß den geltenden bauphysikalischen, wärmeschutz- und bautechnischen Vorschriften sanieren. Gesamte technische Ausstattung Elektro-, Kommunikationstechnik, Sanitär, Lüftung und Heizung - erneuern. Sanierungsarbeiten bei laufendem Klinikbetrieb.

Lösung

Eine Entkernung bis auf die tragende Struktur des Gebäudes schuf die Voraussetzung, um die Pflegebereiche völlig neu zu ordnen: Der administrative Schwesternstützpunkt - bislang gab es je Geschoss zwei - ist nun als zentrale Informationsstelle für Besucher und Patienten im Bereich des Treppenhauses und der Aufzüge angeordnet, ebenso der offen gestaltete Aufenthaltsraum für Patienten. Im West- und im Ostflügel, in unmittelbarer Nähe zu den Patientenzimmern, befindet sich nun je ein Pflegestützpunkt. Zudem wurden pro Gebäudeflügel zwei weitere offene Sitzbereiche geschaffen. Um jedoch die für die Nasszellen zusätzlich notwendigen Flächen innerhalb der Patientenzimmer schaffen zu können, entwickelten die Architekten in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den Behörden eine erstaunliche Lösung: Eine statisch ausgeklügelte Stahlkonstruktion, die der Südfassade vorgestellt ist und die vorhandenen Balkone integriert.Zum einen ruht diese "Erkerkonstruktion" auf schlanken Betonpfeilern, die über zwei bzw. dort, wo das 1. Untergeschoss Geländeniveau erreicht, über drei Geschosse reichen. Zum anderen ist die Konstruktion an Stahlträger gehängt, die an der obersten Geschossdecke des Gebäudes verankert wurden. Als architektonisches Element konzipiert, erwirkt die Konstruktion eine interessante Gliederung der rund 90 Meter langen Süd-Fassade.

Besondere Probleme und Anforderungen

Wie bei vielen Sanierungsmaßnahmen sollte auch in Bad Kissingen die Statik des Bettenhauses nicht verändert werden - das zeigt unter anderem die beschriebene statische Konzeption der angegliederten Fassaden, für deren tragende Stahlkonstruktion F90-Qualität gefordert war. Dass diese Konstruktion wirtschaftlich und praxisgerecht realisiert werden konnte, ist letztlich leistungsfähigem Trockenbau zu verdanken - einer zweifachen Bekleidung aus 20 mm dicken Feuerschutzplatten. Generell wies der in Schottenbauweise erstellte Baukörper mit 24er Mauerwerkswänden eine solide Substanz auf, so dass die gemauerten Innenwände erhalten werden konnten: Lediglich der Putz wurde abgeschlagen und nach erfolgter Elektroinstallation neu aufgebracht. Für alle neu zu erstellenden Wände, Wandabschnitte und vertikalen Schachtwandverkleidungen wurden Knauf Trockenbausysteme gewählt, wie für:

  • Installationswände sowie Trennwände zur normgerechten und wirtschaftlichen Erstellung der neuen Nasszellen in den Patientenzimmern.
  • Zimmertrennwände im Bereich der neuen Südfassade mit Anforderungen an den Schallschutz gemäß DIN 4109 mit einem erforderlichen Schalldämm-Maß von R'w-Wert von mindestens 55 dB.
  • F90 Schachtwandkonstruktionen.

Der in Rohbauzustand versetzte Baukörper brachte jedoch einen gravierenden Mangel zu Tage. Die Stahlbeton-Rippendecken zeigten sich in einem schlechten Zustand. Zum Teil lag die Bewehrung frei, auch erwiesen sich die Haftungswerte des Betons als schlecht. Es galt daher, zunächst die Rohdecke, die gemäß DIN 4102-4 der Bauart III entspricht, jedoch hinsichtlich des Brands chutzes keine Klassifizierung aufweist, grundlegend zu sanieren.

Besonderheit Erkerkonstruktion

Im Zuge eines rationellen und für den laufenden Krankenhausbetrieb möglichst störungsfreien Bauablaufs entschieden sich Bauherr und Architekt, im Bereich der Patientenzimmer-Erweiterung fertig installierte und ausgebaute Dusch/WC-Zellen zu montieren. Die Einheiten aus Beton wurden im Tieflader an die Baustelle transportiert und per Kran von außen in die vorgestellte Stahlkonstruktion gehoben. Jede Zelle grenzt dabei an einem Versorgungsschacht an, in dem die benötigte HLS-Installation sowie die Versorgung mit Strom geführt wird. Die zum Schließen der vertikalen Versorgung eingesetzte Knauf Schachtwand-Systeme W628 und W629 wurden je nach Anforderung in F30 bis F90 ausgeführt. Die neu zu ergänzenden Trennwände zwischen den Zimmern wurden als einfaches Metallständerwerk mit einer doppelten Beplankung aus je 12,5 mm dicken Knauf Platten als System W112 montiert.

Brandschutzmaßnahmen an Bestandsdecken

Ziel aller Beteiligten war es, eine brandschutztechnische Lösung in Trockenbau zu finden, die zum einen eine normgerechte und zugleich wirtschaftlich angemessene Umsetzung ermöglicht, um anderen aber auch die notwendigen Freiheiten gewährt, um eine anspruchsvolle Innenraumgestaltung entwerfen zu können. Umfangreiche zusätzliche Armierungsmaßnahmen von der Deckenunterseite bildeten zunächst die Basis der geforderten Deckensanierung. Anschließend wurden die Rohdecken mit Torkretbeton konserviert und verstärkt, wodurch eine Feuerwiderstandklasse von F30 erreicht wurde. Die von Knauf konzipierte Lösung "Decke unter Decke" erwies sich als ideal, um Brandschutz, Funktionalität und Ästhetik zu kombinieren. Nach dem Prinzip der Schichtung wird die 1. Ebene "brandschutztechnisch alleinwirkende Decke" ausgeführt, während die 2. Ebene alle zusätzlichen funktionellen und gestalterischen Aufgaben erfüllt. Die Gewindestäbe wurden in die Rippen der sanierten Rohdecken gebohrt. Diese durchdringen die abgehängte Knauf Deckenkonstruktion K214, die durch eine zweifache Beplankung mit 20 mm dicken Knauf Fireboard Platten eine Feuerwiderstandsklasse F90 A1 von unten garantiert. Unterhalb der ertüchtigten Rohdecke erfolgt im Flurbereich sowie in Teilbereichen der Patientenzimmer die horizontale Installationsführung und -verteilung der gesamten Haustechnik. Dabei wurden die für die Verteilung benötigten Trassen an den beschriebenen Gewindestäben befestigt. Die geforderte freie Revisionierbarkeit wird durch Kombination der Gipsplatten-Unterdecken mit Metall-Kassettendecken erreicht. In den Patientenzimmern hingegen wurde so weit als möglich die gesamte Raumhöhe genutzt. Dementsprechend wurde die benötigte Technik hinter schmalen Deckenabschottungen verborgen, die als 2. Deckenebene an der F90-Unterdecke befestigt ist, während letztere als eigentliche Sichtdecke fungiert. Verantwortungsbewusste Planung einer Sanierungsmaßnahme im Krankenhausbau bedeutet heute weit mehr, als nur in die Jahre gekommene Räume für Behandlung und Pflege heutigen Anforderungen der Gerätemedizin und geltenden Baunormen anzupassen. Vielmehr geht es darum, trotz aller notwendigen Technik eine menschenwürdige Atmosphäre zu schaffen, die sich vor allem auch in der Innenraumgestaltung manifestiert. Die Sanierung des St. Elisabeth-Krankenhauses in Bad Kissingen ist dafür ein treffendes Beispiel, dass Gestaltung und Funktionalität konform gehen. Ausgereifte Technologie des Trockenbaus kann Erhebliches dazu beigetragen.

Leistung

  • Brandschutzbekleidung Stahltragwerk mit Knauf Fireboard.
  • Brandschutz- und Sichtdecke nach Knauf System „Decke unter Decke“.
  • Deckensegel und Deckenwellen.
  • Knauf Schachtwandsysteme W 628 und W 629 in F 30 - F 90.
  • Knauf Wandsysteme W 112, bewertetes Schalldämm-Maß Rw‚R 55 dB.
  • Putzausführung mit MP 75 L.

Standort

St. Elisabeth-Krankenhaus, Bad Kissingen

Kissinger Straße 150
150 Bad Kissingen
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Verwendete Produkte

  • Fireboard
    Spezial-Gipsplatte A1 für hochwertigen Brandschutz im Trockenbau  Fireboard
  • MP 75 L
    Besonders ergiebig zum Glätten  MP 75 L