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Wohnanlage, Mainz-Kastel

Wohnanlage, Mainz-Kastel

Schalltechnische Sanierung von Bestandsdecken

Bautafel
Bauherr:Wohnbau Mainz GmbH
Architekt:Sanierung: Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Wolfgang Hertrampf, Mainz/Zwickau
Fachberatung:Wolf-Dieter Schirmann, Knauf Gips KG
Verarbeiter:Hartig Raumakustik GmbH & Co. KG, Mainhausen
Bauaufgaben: Deckengestaltung,
Brandschutz,
Schallschutz

Bei der Sanierung alter Wohnungsbestände bietet die Trockenbauweise Zeitvorteile. Für die schalltechnische Ertüchtigugn von Wohnungstrenndecken lässt sich ein neues Knauf Deckensystem, entkoppelt von der Rohdecke, von Wand zu Wand spannen.

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Projektbeschreibung

Aufgabe

Bei Sanierung und Modernisierung von Altbauten erweisen sich alte Deckenkonstruktionen wie Holzbalken- oder Massivdecken der Bauart I bis III häufig als bauphysikalisch unzureichend. Neben Brandschutz gilt es dort meist auch den Schallschutz effektiv zu verbessern. Doch setzt nicht selten die Tragfähigkeit der "Altdecke" bautechnische wie wirtschaftliche Grenzen für notwendige Ertüchtigunsmaßnahmen.

Lösung

Mit der Freitragenden Decke von Knauf wird ein System angeboten, das als entkoppelte untere Schale nicht nur beste Werte bei der Verbesserung des Luft- und Trittschallschutzes bringt, sondern auch eine zeitoptimierte und damit wirtschaftliche Montage ermöglicht. Mit einer Spannweite beis zu 5,50 Metern sowie einer möglichen Brandschutzleistung von F30 qualifiziert sich die Freitragende Decke für viele Sanierungsaufgaben. In Wiesbaden beispielsweise werden die schalltechnisch unzureichenden Deckenkonstruktionen eines Wohngebäudes, das zwischen 1910 - 1915 erbaut wurde, mit dem Knauf System entsprechend den Anforderungen der DIN 4109 aufgerüstet.

Die Maßnahmen an den Decken sind eingebettet in ein umfassendes Sanierung- und Modernisierungskonzept, das die Wohnbau Mainz GmbH für ihren Wohnbestand in der Roonstraße 19 - 25 im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel in Auftrag gab, um dort ihren Mietern in Zunkunft barrierefreie, behindertenfreundliche Wohnungen anbieten zu können. Das beauftragte Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Wolfgang Hertrampf hat dabei im Zuge der Zustandsanalyse unter anderem eine Schallschutzmessung der vorhandenen Decken durchführen lassen. Dabei wurden neben Holzbalkendecken auch Stahlbetonrippendecken gefunden, die aus der Wiederaufbauphase des im Krieg teilweise zerstörten Gebäudes stammen.

Bauakustische Messungen des Sachverständigen für Schallschutz Dipl.-Ing. Richard Möbus ergaben für die vorhandenen Holzbalkendecken ein Luftschalldämmmaß von R´W von 61 dB und Trittschalldämmmaß + 14 dB. Damit werden durch die Decke die Anforderungen der DIN 4109 an die Luft- und die Trittschalldämmung von Wohnungstrenndecken eingehalten und im positiven Sinn unterschritten. Darüber erfüllt die gemessene Luftschalldämmung der Decke sogar die Vorschläge für den erhöhten Schallschutz aus dem Beiblatt 2 zur DIN 4109.

Eine störende Wahrnehmung von tieffrequenten Gehgeräuschen oder Musik aus der Nachbarwohnung kann selbst bei Einhaltung der Anforderungen nach DIN 4109 bei den Holzbalkendecken generell nicht ausgeschlossen werden.

Der statische Nachweis machte indes deutlich, dass beide Deckenkonstruktionen keinen Spielraum für eine zusätzliche Belastung durch ein abgehängtes Deckensystem zuließen. Eine mögliche Konsequenz - Entkernen und Neuaufbau - schied von vorneherein aus wirtschaftlichen Gründen aus, so dass die Planer nach einer konstruktiven Möglichkeit für eine additive Ertüchtigung suchten, um vor allem die Trittschalldämmung verbessern zu können.

Entkoppelte Schale

Die Freitragenden Decke D131 von Knauf hat sich als leistungsfähige Gesamtlösung erwiesen. Trotz unterschiedlicher Spannweiten von 1,30 bis 4,65 Meter sowie unterschiedlicher Rohdecken konnte der Fachunternehmer in Mainz für deren schallschutztechnische Ertüchtigung ein einziges Trockenbausystem einsetzen. Zugleich erfüllt das Knauf System als entkoppelte Schale eine der wichtigsten Regeln im Schallschutz. Das einfache Konstruktionprinzip ermöglicht zudem eine optimierte Montage: In Mainz-Kastel benötigten drei Monteure für insgesamt 1.700 m² lediglich vier Wochen.

Das statische Grundgerüst der Freitragenden Decke wird je nach geforderter Spannweite von einfachen CW-Profilen bzw. CW-Verbundprofilen gefertigt. UW-Profile, die entlang gegenüberliegender Wände verdübelt wurden, dienen den beschriebenen Tragprofilen als Auflager. In diese Auflager wurden die vorgefertigten Tragprofile einfach eingeschoben und auf einen Abstand von 625 mm ausgerichtet. In Querrichtung dazu erfolgte die Beplankung mit 18 mm dicken GKF-Platten von Knauf. Zudem wurde in Mainz eine Mineralwolle-Dämmung mit einer Stärke von 60 mm bei einer Rohdichte von 30 kg/m² zwischen die einzelnen Tragprofile geklemmt, um eine Dämpfung des Hohlraums zu erreichen. Der positive Nebeneffekt dabei ist: Die Decken in Mainz weisen nun auch eine zusätzliche Brandschutzqualifikation von F30 allein von unten auf. Der Hohlraum von UK Rohdecke bis UK Freitragenden Decke beträgt zwischen 10 bis 20 cm.

Details

Die Bestände der Wohnbau Mainz GmbH im Stadtteil Mainz-Kastel zu barrierefreien behindertenfreundlichen Wohnungen umgebaut. Im umfassenden Sanierungs- und Modernisierungskonzept ist die Schalldämmverbesserung der alten Holzbalken- und Stahlbetonrückendecken eine wesentliche Aufgabe.

Leistung

  • Freitragende Deckenkonstruktion , System D 131 in Spannweiten von 1,30 bis 4,65 m als entkoppelte Schale zur schalltechnischen Ertüchtigung.

Standort

Wohnanlage, Mainz-Kastel

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