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Trockenbau mit vorgefertigter Aussenwand (Langfassung) Grafenau, 09.01.2018

Trockenbau mit vorgefertigter Außenwand (Langfassung)
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Neubau eines Knauf Büro- und Verwaltungsgebäudes  

(Langfassung)

Beim Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes in Grafenau hat die Knauf Gruppe gezeigt, dass zu ihren Systemlösungen nicht nur die verschiedensten Facetten des Innenausbaus gehören, sondern auch die Fassade. Die vorgefertigte Stahl-Leichtbau-Fassade reduziert die Lasten der Konstruktion und beschleunigt den Baufortschritt. Im Inneren des Gebäudes inszenieren bewusst unterschiedlich gestaltete Deckenlandschaften die Kompetenz von Knauf AMF für den oberen Raumabschluss im Hinblick auf Akustik, Design und Nachhaltigkeit.

Moderner Innenausbau komplett mit Knauf-Produkten ist schon längere Zeit eine Option, wenn man an die Trockenbauwände des Unternehmens sowie seine Kompetenz bei Fußbodensystemen, Decken und Raumoberflächen denkt. Noch einen Schritt weiter ging jetzt das Projekt eines neuen Büro- und Verwaltungsgebäudes, bei dem die Fassade aus vorgefertigten Knauf Cocoon Stahl-Leichtbau-Elementen errichtet wurde. Damit bestehen nicht nur die einzelnen Räume, sondern – abgesehen vom tragenden Betonskelett – praktisch das ganze Gebäude aus Systemlösungen der Knauf Gruppe.

Auftraggeber des Neubaus war Knauf AMF, einer der führenden europäischen Hersteller von modularen Deckensystemen. Starke Marken für Akustik- und Designdecken wie AMF THERMATEX® Mineralplatten oder HERADESIGN® Holzwolle-Akustikplatten verzeichnen seit Jahren eine steigende Nachfrage, die immer wieder Erweiterungen und Modernisierungen der Produktionsanlagen an den sechs internationalen Standorten erforderlich machte. 2016/17 mussten dann auch die Büro- und Verwaltungsräume am Hauptsitz im bayerischen Grafenau mit dieser Entwicklung Schritt halten, weshalb Knauf AMF das Architektenbüro APA, Dr. Klaus Bauer, Grafenau, mit dem Neubau beauftragte.

Er entwarf einen viergeschossigen Kubus auf etwa 17 × 17 m Grundfläche und mit knapp 16 m Höhe, der dem über Jahrzehnte gewachsenen Werksensemble in Grafenau heute einen architektonischen Mittelpunkt verleiht. Seine orange Portaleinfassung betont im Zusammenspiel mit der Loggia im obersten Geschoss die Mittelachse und damit die Eingangssituation für Besucher. Die anderen Fassadenbereiche zeigen mit dem sehr regelmäßigen Fensterraster und dem onix-grauen Putz eine klare, fast schon puristisch reduzierte Formensprache, die einen markanten Kontrast zu den Produktionsgebäuden setzt.

Großflächig vorgefertigt im Stahl-Leichtbau

Hinter der Putzfassade verbirgt sich die eigentliche Besonderheit des Gebäudes, denn es handelt sich nicht um massive Außenwände, sondern um eine Stahlbeton-Skelettkonstruktion mit einer vorgehängten Stahl-Leichtbau-Fassade aus vorgefertigten Elementen. Die Bauweise entstand aus der Zusammenarbeit von Knauf mit dem Schweizer Stahl-Leichtbau-Spezialisten Cocoon und stellt sozusagen die Einführung der Trockenbautechnologie in den Fassadenbau dar. Neben der großen Gestaltungsfreiheit der Fassadenansicht sind das trockenbautypische geringe Gewicht der Elemente sowie die Zeitersparnis bei ihrer Montage weitere Pluspunkte. Die tragenden Gebäudekonstruktionen können dadurch geringer dimensioniert werden und Terminpläne lassen sich mit größerer Flexibilität planen. In Grafenau war es zum Beispiel möglich, die Fassadenmontage im Februar und damit mitten in einer Frostperiode auszuführen.

Herzstück der Fassadenelemente sind Cocoon Transformer Profile C147/50/1.5, die in ihrer Verarbeitung klassischen Trockenbauprofilen ähneln, jedoch die vom Stahl-Leichtbau bekannten größeren Tragfähigkeiten und Spannweiten ermöglichen. Ihre Stabilität und Aussteifung erhalten die Elemente durch die Beplankung mit robusten Gipsplatten Knauf Diamant in jeweils 12,5 mm Dicke auf der Außen- und Innenseite.

Komplett mit Wärmedämmung, Fenstern und Putzträgerplatten

Die Wärmedämmung der Fassadenelemente kommt vom Knauf Partnerunternehmen Knauf Insulation und wurde mit 150 mm dicken Metallbau-Dämmplatten FCB 035 ausgeführt. Eine weitere Dämmschicht befindet sich auf der Außenseite, wo bereits bei der werkseitigen Vorfertigung die Unterkonstruktion und die hinterlüftete Putzträgerplatte Knauf AQUAPANEL® Cement Board Outdoor montiert wurden. Diese zweite Wärmedämmung besteht aus 80 mm dicken Fassaden-Dämmplatten TP 435 B. Mit insgesamt 230 mm Wärmedämmung in der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(mK) entspricht die Fassade damit höchsten Anforderungen an die Energieeffizienz. Beide Schichten der Fassadendämmung, wie auch alle weiteren, im Gebäude verwendeten Dämmstoffe, bestehen aus Glaswolle, die ohne Formaldehyd im Bindemittel mit der Energie sparenden ECOSE® Technology hergestellt wurde.

Zur Vorfertigung der Fassadenelemente gehörten neben den Stahl-Leichtbau-Profilen, ihrer Beplankung, der Wärmedämmung und der äußeren Putzträgerplatte auch die Fenster sowie die oberen und unteren Winkel für die Verankerung in den Geschossdecken. Der Aufbau ist insgesamt rund 360 mm dick und entspricht damit ziemlich genau einer konventionell gemauerten Außenwand, weist dabei aber eine bessere Wärmedämmung und ein deutlich geringeres Gewicht auf.

Die Fassadenelemente sind mit 3,71 m geschosshoch ausgeführt und reichen bei einer Breite von 5,60 m über jeweils drei Fensterachsen. Der hohe Glasanteil in der Fassade sorgt nicht nur für eine ausgezeichnete Belichtung der Räume, er deutet auch die Stabilität der Stahl-Leichtbau-Profile und die hohe Steifigkeit ihrer Verbindungen an. Etwas pointiert formuliert kann je Element sehr viel Fensterfläche mit vergleichsweise wenig geschlossener (und tragender) Fassadenfläche kombiniert werden, wie besonders die Panoramaelemente zu beiden Seiten des Eingangs im Erdgeschoss zeigen.

Homogene Putzfassade auf unterschiedlichen Systemen

Die Montage der Fassade in Grafenau übernahm die Brüninghoff GmbH, Heiden, die die termingenau angelieferten Elemente mit dem Kran zur Einbaustelle hob, sie dort exakt ausrichtete und in den Geschossdecken verankerte. Nach rund drei Monaten Planung und präziser Abstimmung zwischen dem Architekten und der Fassadenvorfertigung benötigte die eigentliche Montage knapp drei Wochen. Dabei erleichterte der auf Höhe der Geschossdecken in den Elementen jeweils ausgesparte Bereich die Verankerung und wurde später baugleich mit Wärmedämmung und Putzträgerplatten verschlossen, sodass die Fassade nach Abklingen des Frostes verputzt werden konnte.

Als Putz kam ein durchgefärbter Edelputz Knauf Noblo zum Einsatz, der mit seiner Körnung von 3,0 mm eine glatte, aber in der Textur sehr charakteristische Oberfläche ausbildet. Es entstand ein geschlossener Gebäudeeindruck, obwohl sich unter der homogenen Fassadenoberfläche eigentlich zwei völlig verschiedene Fassadensysteme verbergen. Denn nur die drei nach außen gewandeten Fassaden wurden mit vorgefertigten Elementen errichtet, während die rückwärtige vierte Gebäudeseite mit dem Treppenhaus und dem Anschluss an die Bestandsgebäude aus massiven Wänden mit dem Fassadensystem Knauf WARM-WAND Plus besteht.

Dieses bauaufsichtlich zugelassene Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) kann wahlweise mit Mineralwolle-Platten oder Mineralwolle-Lamellen eingesetzt werden und bietet in Kombination mit dem mineralischem Knauf Putzsystem aus SM300 als Armierlage und wiederum Noblo 3,0 als Oberputz alle Vorteile einer hochwärmedämmenden, aber nicht brennbaren Fassade mit sehr gutem Schallschutz. Der mineralische Sockelputz Sockel-SM Pro mit integriertem Feuchteschutz und ein Egalisationsanstrich auf Silikonharz-Basis vollendeten das Fassadenfinish.

Luftdichtheit im System

Für die Gewerke des Innenausbaus war der Weg unmittelbar nach Montage der vorgefertigten Fassadenelemente frei, denn angesichts der bereits eingesetzten Fenster war die Konstruktion gegen Witterung geschützt. Erster Schritt des Innenausbaus war die raumseitige Konfektionierung der Fassade mit dem Luftdicht-Dämmsystem LDS. Knauf Insulation stellt dem Verarbeiter dabei die Dampfbremse inklusive aller erforderlichen Dicht- und Verbindungsstoffe in einem aufeinander abgestimmten System zur Verfügung. In Grafenau handelte es sich um die feuchtevariable Hochleistungs-Dampfbremsbahn LDS FlexPlus, die je nach Umgebungsfeuchtigkeit sd-Werte von 0,2 bis 20 m abdeckt, sich also variabel an die jeweilige Beanspruchung anpasst. Verschiedene systemzugehörige Klebebänder und Dichtkleber stellen im Büro- und Verwaltungsgebäude den dauerhaft luftdichten Anschluss der Bahnen untereinander sowie an die Geschossdecken und Betonstützen sicher. Ihren letzten Schliff erhielt die Fassadeninnenseite mit einer Trockenbau-Vorsatzschale, deren Beplankung mit Knauf Diamant zugleich die vorgesehene Installationsebene entlang der Fenster ausbildet.

Boden, Wand und Decke aus der eigenen Unternehmensgruppe

In den Räumen begann der Ausbau mit dem Verlegen der Fußbodenheizung und dem Calciumsulfat-Fließestrich FE 50 Largo von Knauf. Mit seiner hohen Wärmeleitfähigkeit ist er ideal für Fußbodenheizungen geeignet; die maschinelle, selbstnivellierende Verarbeitung sowie die frühe Belastbarkeit sorgen für einen schnellen Einbau und vor allem für eine zügige Freigabe der Räume für die folgenden Ausbaugewerke.

Zusätzliche Beschleunigung war durch die Verarbeitung auf großen Flächen möglich, denn der Estrich wurde vor Errichtung der inneren Trennwände verlegt. An der Position der künftigen Innenwände wurden Trennfugenprofile eingelegt, sodass ohne späteres Schneiden des Estrichs ein schalltechnisch sicherer Aufbau entstand. Bei 40 mm Estrichdicke über den Heizungsrohren ergab sich zusammen mit der Wärme- und Trittschalldämmung eine Gesamtfußbodenhöhe von 140 mm.

Die raumbildenden nichtragenden Innenwände entstanden überwiegend als Knauf Metallständerwände W112 mit 75 mm dicken CW-Profilen und doppelter Beplankung mit 12,5 mm dicken Knauf Bauplatten auf jeder Seite. Im Sanitärtrakt kamen außerdem imprägnierte Platten zum Einsatz und vor aussteifenden Massivwänden Vorsatzschalen mit einer Lage Diamant-Platten. Abgesehen vom Treppenhaus konnte dadurch auf Innenputz und die damit einhergehenden Wartezeiten bis zum Austrocknen weitgehend verzichtet werden.

Modulare Decken mit Funktion und Design

Da der Büroneubau beim Deckenspezialisten Knauf AMF errichtet wurde, sollten die Decken im besonderen Maße die Kompetenz und Leistungsbreite des Unternehmens zeigen. Ganz bewusst sind deshalb sehr verschiedene Lösungen des Designs und der Akustik in den unterschiedlichen Gebäudebereichen eingebaut worden, die Besuchern im Rahmen der Beratung zur direkten Anschauung vorgestellt werden können. Zu den gezeigten Lösungen gehören verdeckte ebenso wie sichtbare Systeme und darüber hinaus Deckengestaltungen mit individuellen Einzelabsorbern, wie Deckensegel und Baffeln.

Besonders dezente Decken sind zum Beispiel THERMATEX® Symetra mit einem feinen und gleichmäßigen Lochbild oder die farbigen Decken THERMATEX® Alpha Colour. Große Büros erhielten mit THERMATEX® Alpha HD die höchstabsorbierenden Paneeldecken aus der Knauf AMF Acoustic Range. Aber auch optische Höhepunkte wurden inszeniert, etwa mit THERMATEX® Varioline Wood, einer vlieskaschierten Platte mit Eichendekor, oder der räumlichen Deckenskulptur aus dreieckigen Deckensegeln der Softmineral Produktmarke AMF TOPIQ®, die in einer an Fraktale erinnernden Struktur einzeln von der Decke abgehängt wurden. Die neue fugenlose Akustikdecke, die als eigenständige Produktmarke unter dem Namen AMF TACET® erst vor kurzem in das Sortiment aufgenommen wurde, rundet die Deckengestaltung im neuen Bürogebäude ab. Zugleich präsentiert Knauf AMF damit die Vielfalt ganzheitlicher Systemlösungen für modulare Decken für verschiedene Anwendungen im eigenen Haus.

Systemlösungen aus einer Hand

In rund zehn Monaten Bauzeit von September 2016 bis Juli 2017 entstand in Grafenau der viergeschossige Kubus des neuen Büro- und Verwaltungsgebäudes mit rund 5.700 m³ umbautem Raum bzw. 1.150 m² Nutzfläche. Insgesamt 50 Mitarbeiter von Knauf AMF erhielten damit moderne Arbeitsplätze und das Werksgelände einen spannenden architektonischen Mittelpunkt. Das besondere Konzept, für dieses interne Bauvorhaben bevorzugt bei Knauf vorhandene Lösungen und Systeme einzusetzen, folgte dabei nicht nur naheliegenden wirtschaftlichen Überlegungen. Die Unternehmensgruppe konnte auch eindrücklich demonstrieren, dass sich nicht nur einzelne Räume, sondern ganze Gebäude mit Knauf Produkten vollenden lassen, wenn die tragende (Beton-)Konstruktion erst einmal steht. Von dieser umfassenden Kompetenz können Architekten und Planer auch bei externen Projekten profitieren, weil sich Abstimmungswege reduzieren und durchgängig Produkte eines einheitlichen hohen Qualitätsniveaus eingesetzt werden. Im speziellen Fall von Grafenau war es vor allem die vorgefertigte Fassade, die das Bauvorhaben beschleunigte und eine Unterbrechung der Arbeiten in der Winterperiode vermied.

Bautafel

Projekt: Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes

Bauzeit: Sept. 2016 bis Juli 2017

Bauherr: Knauf AMF GmbH & Co. KG, Grafenau

Architekt: APA, Dr. Klaus Bauer, Grafenau

Fassadenmontage: Brüninghoff GmbH & Co. KG, Heiden

Knauf Kompetenzen

Fassade: Vorgefertigte Knauf Cocoon Stahl-Leichtbau-Fassade, beidseitig beplankt mit Knauf Diamant sowie hinterlüfteter Putzträgerplatte Knauf AQUAPANEL® Cement Board Outdoor außen; Wärmedämmung, Fenster und Verankerungswinkel bereits ab Werk vormontiert; bauseits mit mineralischem Oberputz Knauf Noblo 3,0 mm verputzt

Rückseitige massive Außenwand: Fassadensystem Knauf WARM-WAND Plus mit Mineralwolle-Dämmung und mineralischem Putzsystem, bestehend aus einer Armierlage SM300 und dem Oberputz Noblo 3,0 mm; Sockelausführung mit Sockel-SM Pro, alle vier Fassadenseiten mit Silikonharz-Egalisationsanstrich

Wärmedämmung: Knauf Insulation Metallbau-Dämmplatten FCB 035 und Fassaden-Dämmplatten TP 435 B in der Fassade, Trennwand-Dämmplatte TP 115 für den Innenausbau, alle aus Glaswolle, hergestellt mit ECOSE® Technology

Luftdichtheit: Knauf Insulation Luftdicht-Dämmsystem LDS mit feuchtevariabler Dampfbremsbahn LDS FlexPlus und den systemzugehörigen Klebebändern LDS-Solifit und LDS-Soliplan sowie dem Dichtkleber LDS-Solimur

Estrich: Knauf FE 50 Largo, Calciumsulfat-Fließestrich CAF-C25-F5, auf Fußbodenheizung

Trennwände: Knauf Metallständerwände W112, freistehende Vorsatzschalen W625 mit einlagiger Diamant-Beplankung

Akustik- und Designdecken: Diverse Systemlösungen aus den Sortimenten AMF THERMATEX® Mineral, HERADESIGN® Holzwolle, AMF TOPIQ® Softmineral, AMF MONDENA® Metalldecken, AMF TACET® Fugenlose Decken sowie AMF VENTATEC® und DONN® Unterkonstruktionssysteme

Verfügbare Daten

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